17:48 20 November 2019
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    Gazprom: Kein Gastransit durch Ukraine zu inakzeptablen Bedingungen

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    Nach der Ankündigung der Ukraine, die Durchleitungsgebühr drastisch erhöhen zu wollen, droht der russische Gasgigant Gazprom den 2019 auslaufenden Vertrag über den Gastransit in die Europäische Union nicht zu verlängern.

    Gazprom werde keinen neuen Vertrag unterzeichnen, sollte die Regierung in Kiew inakzeptable Bedingungen stellen, sagte Konzernchef Alexej Miller am Freitag in Moskau. Allerdings sei der russische Gasgigant zu Gesprächen bereit.

    „Man munkelt, dass Gazprom einen hinterhältigen Plan schmiede, den Gas-Transit durch die Ukraine zu stoppen“, sagte Miller am Freitag auf einer Pressekonferenz in Moskau. „Lasst uns mal Klarheit schaffen: Es gibt einen gültigen Vertrag für den Transit durch das Gebiet der Ukraine bis Ende 2019… Und es gibt ein aktives, ja sogar unnachgiebiges Bestreben der Ukraine, für uns inakzeptable Bedingungen in den Vertrag einzubeziehen."

    Miller verwies darauf, dass die Ukraine die jetzige Transitgebühr von 2,7 US-Dollar pro tausend Kubikmeter je 100 Kilometer auf fünf Dollar erhöhen wolle. „Wir werden niemals einen Transit-Vertrag zu unzumutbaren, ungerechten und ungünstigen Bedingungen für Gazprom unterzeichnen.“ Aber noch bevor der jetzige Transitvertrag auslaufe, werde Gazprom mit den ukrainischen Partner in Verhandlungen über einen neuen Vertrag treten, sagte Miller. „In dieser Hinsicht haben wir die direkte Anweisung von Präsident Wladimir Putin."

    Die Ukraine hatte zuletzt 2010 die Transitgebühr für das russische Erdgas erhöht. Die Gaspreise auf dem Markt befinden sich seit Monaten im Sinkflug.

    Mittleiweile strömen rund 50 Prozent des Erdgases, das die EU von Russland kauft, durch die Ukraine. Um die Abhängigkeit von dem instabilen Transitland zu verringern, hat Gazprom gemeinsam mit westeuropäischen Partnern bereits die Ostsee-Pipeline Nord Stream direkt nach Deutschland gebaut und wollte mit South Stream eine Direktleitung nach Südeuropa errichten. Das South-Stream-Projekt scheiterte am Widerstand der USA und der EU-Kommission. Stattdessen will Russland eine Pipeline in die Türkei sowie ein Gashub an der Grenze der Türkei und zu Griechenland für die Versorgung Südeuropas bauen.

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    Gazprom, Moskau, Ukraine