17:59 26 September 2020
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    Die trilateralen Verhandlungen zwischen Russland, der Ukraine und der EU-Kommission sind am Dienstag in Wien mit einem Null-Ergebnis zu Ende gegangen. Es wurden keine Dokumente über die Finanzhilfe für die Ukraine zwecks Gaskäufe unterzeichnet. Das ukrainische Unternehmen Naftogas kündigte an, es kauft ab 1. Juli kein Gas mehr bei Russland.

    Von der EU-Kommission erhielt die ukrainische Delegation nichts außer Versprechungen, Kiew bei der Finanzierung des Gaskaufs für Winterreserven zu unterstützen. Andererseits legte die Ukraine der EU keine Garantien für die zielgebundene Nutzung dieser Finanzmittel vor.

    Zugleich fand Kiew das von Russland angebotene Gas-Preisrabatt nicht ausreichend. Abgelehnt hat die Ukraine auch den Vorschlag Russlands, den Preis und die Verrechnungen jedes Quartal neu zu regeln. Im Endergebnis kündigte Kiew an, Gas von jetzt an ausschließlich bei europäischen Lieferern zu kaufen. Russlands Energiewirtschaftsminister Alexander Nowak bewertete diesen Beschluss als politisch motiviert und verwies darauf, dass es keine wirtschaftlichen Grundlagen für einen solchen Schritt gibt.

    Wie die ukrainische Seite versicherte, wird sich der Stopp der Gaskäufe in Russland in keiner Weise auf den Gastransit über die Ukraine nach Europa auswirken. 

    Die nächste Runde der trilateralen Verhandlungen wird voraussichtlich im September stattfinden. Der ukrainische Energieminister Wladimir Demtschischin äußerte die Zuversicht, dass die nächsten Verhandlungen produktiver sein werden und „eine Basis für das 4. Quartal bringen werden“. Sein russischer Kollege Nowak bewertete die Konsultationen am Dienstag in Wien als „nützlich“.

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    Tags:
    Erdgas, Naftogaz, EU-Kommission, EU, Wladimir Demtschischin, Alexander Nowak, Ukraine, Russland