22:12 14 Dezember 2019
SNA Radio
    BRICS-Gipfel in Ufa

    BRICS-Gipfel in Russland: „Anker der Stabilität und Schild der Welt“

    © Sputnik / BRICS/SCO Photohost/Sergey Mamontov
    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    BRICS-Gipfel in Russland (36)
    41297
    Abonnieren

    Die BRICS-Schwellenländer wollen die Weltordnung verbessern – insbesondere im Finanzbereich, damit die westlichen Großmächte nicht mehr über alles entscheiden. So formulieren Politiker und Analysten die Ziele der BRICS-Gruppe mit Blick auf deren Gipfeltreffen im russischen Ufa.

    BRICS-Gipfel in Ufa
    © Sputnik / BRICS/SCO Photohost/Vladimir Pesnya
    Die amtliche chinesische Agentur Xinhua wies am Mittwoch in einem Kommentar auf die Ungerechtigkeiten des gegenwärtigen globalen Finanzsystems hin, mit denen die BRICS-Mitglieder Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika unzufrieden sind: „Im Bereich der globalen Verwaltung sind derzeit die Weltbank und der Internationale Währungsfonds IWF aktiv. Diese Institutionen des Bretton-Woods-Systems werden von den westlichen Großmächten dominiert. Der Anteil der USA an der Weltbank und am IWF beträgt jeweils 15 und 17 Prozent. Und der gesamte Anteil aller BRICS-Länder beträgt nur jeweils 13 und 11 Prozent. Die Quote Großbritanniens oder Frankreichs ist ebenfalls größer als die jedes einzelnen BRICS-Mitglieds. Die Bedeutung eines Landes bei der Abstimmung hängt von seiner Quote ab. Das heißt, die westlichen Länder bestimmen praktisch alles.“

    Xinhua postulierte: „Diese Ordnung entspricht nicht den aktuellen Verhältnissen und ignoriert Interessen anderer Länder. Obwohl im Jahr 2010 eine Reform der IWF-Quoten beschlossen wurde, um die Quoten der Schwellenländer und deren Stimmrecht auszubauen, bremsten die USA diesen Vorgang. Im Jahr 2013 kündigten die BRICS-Länder dann einen eigenen Entwicklungsbank sowie einen Pool für Währungsreserven an. Die BRICS-Länder bauen also selbständig eine Finanzplattform. Dies ist von sehr großer Bedeutung für die Stabilität ihrer Finanzen und beeinflusst auch den internationalen Finanzbereich positiv.“

    Die Agentur zitierte den chinesischen Staatschef Xi Jinping mit den Worten, die BRICS-Gruppe habe zwei Triebkräfte: Politik und Wirtschaft. Sie solle als „Anker der wirtschaftlichen Stabilität und Schild der menschlichen Welt“ funktionieren.

    Der brasilianische Botschafter in Russland, Antonio Guerreiro, sagte unterdessen: „Nach Ansicht Brasiliens besteht die BRICS-Rolle nicht darin, sich jemandem entgegenzusetzen. Die Zielsetzung unserer Gruppe ist ausschließlich positiv und beinhaltet Reformen in jenen Bereichen, wo sie nötig sind. Das Ziel könnte als Verbesserung der Weltordnung formuliert werden, damit diese Ordnung den Lebensinteressen unserer Länder besser entspricht. Wir sind nicht bestrebt, die bestehende Ordnung zu zerstören und die geltenden Regeln aufzuheben. Im Gegenteil: Wir streben positive Reformen an.“

    Der russische Vizeaußenminister Sergej Rjabkow schrieb in einem Artikel im Vorfeld des Gipfels: „Die BRICS-Gruppe verkörpert die zunehmende Konsolidierung der Positionen der sogenannten neuen Entwicklungszentren.“

    Er betonte: „Das BRICS-Format ist sehr demokratisch: Niemand zwingt jemandem etwas auf und es gibt keine harte Bündnis-Disziplin – anders wie bei archaischen militärpolitischen Allianzen (…) Unsere Zusammenarbeit richtet sich gegen keine Drittländer. Die BRICS-Gruppe droht niemandem, liefert aber ein Beispiel dafür, wie die gesetzten Ziele durch einen gleichberechtigten und gegenseitig respektvollen Dialog erreicht werden können.“ 

    „Nach Ansicht der Kritiker unterscheiden sich die BRICS-Mitglieder zu sehr voneinander in wirtschaftlicher, historischer und kulturell-zivilisatorischer Hinsicht, um eine tiefe und stabile Partnerschaft zu erreichen (…) Diese Behauptungen haben offensichtlich einen politischen Hintergrund und gehen auf geopolitische Interessen derjenigen zurück, die die nachhaltige Entwicklung unseres Zusammenschlusses stören wollen. Zwar ist jeder BRICS-Mitgliedstaat einmalig und in vielerlei Hinsicht beispiellos. Doch unsere Annäherung und unser Schulterschluss werden durch gemeinsame Entwicklungsaufgaben gefördert, aber auch durch die Solidarität bei der Festigung der internationalen Stabilität und durch die Gemeinsamkeiten in Bezug auf die Agenda für internationale und Binnenfragen. Ausgerechnet die Tatsache, dass unsere Staaten zu verschiedenen Zivilisationen gehören, verleiht der BRICS-Gruppe eine besondere Stabilität und Autorität“, so der russische Vizeaußenminister.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    BRICS-Gipfel in Russland (36)

    Zum Thema:

    Minister: Währungsunion der BRICS kein Gesprächsthema
    Notenbanken der BRICS-Länder erwägen Kooperation ihrer Zahlungssysteme
    BRICS-Länder beraten über Einführung von eigenem SWIFT-ähnlichen Zahlungssystem
    Nicht-BRICS-Staaten in BRICS-Bank willkommen – Bank-Vizepräsident
    Tags:
    BRICS-Gipfel 2015 in Ufa, Bretton-Woods-System, Xinhua, Weltbank, BRICS, IWF, Antonio Guerreiro, Sergej Rjabkow, Xi Jinping, Ufa, Südafrika, Brasilien, Indien, USA, Russland, China