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    “Ja”-Votum der Griechen wird zu Tragödie für EU und Tsipras - Zeitung

    © AFP 2019 / Punit Paranjpe
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    Griechenland: Schuldenkrise und Austritt aus Eurozone (94)
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    Die Europäische Union ist immer noch bestürzt über das Ergebnis des Referendums in Griechenland. Beim griechischen Premier Alexis Tsipras ist das Entsetzen genauso groß wie bei den europäischen Spitzenpolitikern, schreibt die britische Zeitung “The Daily Telegraph”.

    Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras
    © REUTERS / Francois Lenoir
    "Wie in der Tragödie bei Euripides steuert das lange Ringen zwischen Griechenland und den europäischen Gläubigern einem katastrophalen Ende entgegen, das niemand geplant hatte. Niemand weiß, wie es vermieden werden kann, aber die große europäische Ordnung droht zusammenzubrechen", heißt es in dem Artikel.

    Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras hatte nicht damit gerechnet, dass er den Volksentscheid am Sonntag gewinnen wird. Jetzt steckt er in der Zwickmühle und steuert dem EU-Austritt Griechenlands entgegen. Er setzte das Referendum in der Erwartung einer Niederlage an. Der griechische Ministerpräsident wollte „tapfer kämpfen, die ehrliche Niederlage akzeptieren und die Schlüssel für seine Residenz übergeben, damit die anderen das Ultimatum vom 25. Juni erfüllen und die Schande durchleben", so The Daily Telegraph. 

    Jedoch gewann das regierende Linksbündnis Syriza das Referendum und entfachte damit „den großen griechischen Aufruhr 2015". Tsipras hat sich mit dem Erfolg beim Volksentscheid selbst in die Bredouille gebracht. Das Land gerät zunehmend außer Kontrolle: geschlossene Banken, Firmen können keine Geschäfte machen, Fabriken werden dichtgemacht, in den Häfen stauen sich die Importgüter.

    Verwirrung herrscht nicht nur in Griechenland, sondern auch in ganz Europa. Die Staats- und Regierungschefs der Eurozone hatten die Griechen vor einem EU-Austritt gewarnt, wenn sie gegen die Vorschläge der Gläubiger stimmen. Der Ausgang des Referendums spaltet Europa in zwei Lager: Im ersten Lager befinden sich Frankreich und Italien, die vehement gegen den Austritt Griechenlands aus der Eurozone eintreten. Sie werden von den USA unterstützt, die die Europäer dazu aufrufen, möglichst bald die griechische Schuldenkrise zu lösen. Im zweiten Lager sind Deutschland und die Niederlande, die der Ansicht sind, dass die Regeln der Eurozone für alle einheitlich sind und Athen Vorschläge unterbreiten muss, die allen genehm sind oder die eigene Verantwortung für den Ausgang des Referendums deutlich machen, heißt es in dem Artikel.

    Europa allein hat das Chaos um Griechenland kreiert, wird aber nie mehr einen Retter finden. Der EU bleibt die letzte Chance, schlussfolgert “Daily Telegraph”.

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    Tags:
    Referendum, Schulden, Eurozone, Syriza-Partei, Alexis Tsipras, Griechenland