19:20 28 Oktober 2020
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    Der ukrainische Energieminister Wolodomir Demtschischin schließt nicht aus, dass die Regierung in Kiew die Kündigung des Abkommens mit dem russischen Unternehmen TVEL über den Bau eines Betriebes für Kernbrennstoff-Produktion in der Ukraine beschließen kann.

    Der diesbezügliche Vertrag war 2011 vom ukrainischen Konzern „Jadernoje Topliwo“ (Kernbrennstoff) und von TVEL unterzeichnet worden. Der Betrieb sollte beim Ort Smoline im Gebiet Kirowohrad entstehen.

    Wie Demtschischin zu Journalisten sagte, kommt die russische Seite ihren Verpflichtungen zum Bau des dritten und des vierten Energieblocks (des AKW Chmelnizki – Red.) sowie des Brennstoff-Betriebes nicht nach. Daher hätten die bestehenden Vereinbarungen wohl keinen Wert mehr, so Demtschischin.

    Ihm zufolge muss jetzt nach potentiellen Investoren und Partnern gesucht werden. Dafür müssten die Beziehungen mit den bisherigen Partnern, die ihren Verpflichtungen nicht nachkommen würden, eingestellt werden, so der Minister.

    Das Kernbrennstoff-Unternehmen TVEL der russischen staatlichen Atomkorporation Rosatom teilte Anfang Juli mit, es sei bereit, das Projekt zum Bau eines Betriebes für Kernbrennstoff-Produktion umzusetzen, und erwarte nun von den ukrainischen Partnern Vorschläge zur Erfüllung des Projektes.

    Das ukrainische Ministerkabinett hatte am Mittwoch beschlossen, einen Gesetzentwurf über die Kündigung des Abkommens mit der russischen Regierung über die gemeinsame Fertigstellung von zwei Energieblöcken des AKW Chmelnizki in das ukrainische Parlament einzubringen.

    Die Kooperation zwischen der Ukraine und Russland beim Bau der Energieblöcke drei und vier des AKW Chmelnizki war 2010 vereinbart worden. Laut Rosatom sollten die Baukosten schätzungsweise fünf bis sechs Milliarden US-Dollar betragen.

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    AKW Chmelnizki, Konzern „Jadernoje Topliwo, Brennstabhersteller TVEL, Rosatom, Wladimir Demtschischin, Russland, Ukraine