00:52 24 Oktober 2020
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    Der Konzern South Stream Transport, Betreiber der geplatzten Gaspipeline South Stream, hat den Vertrag mit dem italienischen Unternehmen Saipem über den Bau des ersten Abschnittes von Turkish Stream gekündigt, wie der Pressedienst des russischen Energieriesen Gazprom berichtet.

    Demnächst beginnen Verhandlungen mit potentiellen Auftragnehmern über die Verlegung des ersten Seestranges von Turkish Stream.   

    „Diese Entscheidung ist darauf zurückzuführen, dass sich die Seiten über mehrere Organisations- und Kommerzfragen zur Umsetzung des Turkish-Stream-Projektes nicht verständigen konnten“, präzisierte der russische Konzern.

    Zugleich steht das Verlegeschiff Castoro Sei des Unternehmens Saipem, mit dessen Hilfe Rohre auf den Meeresboden gelegt werden, noch vor der Küste des südrussischen Kurortes Anapa.

    Am 1. Juli setzte Gazprom nach Medienangaben den Ausbau des Rohrleitungssystems Südlicher Korridor aus, mit dessen Hilfe Gas für Turkish Stream gepumpt werden sollte. 

    Gazprom hatte im März 2014 einen Vertrag mit dem italienischen Konzern Saipem S.p.A.  über den Bau des ersten Strangs der Gasleitung South Stream nach Südeuropa und im April 2014 mit der in der Schweiz ansässigen Allseas Group über die Verlegung des zweiten geschlossen.

    Zugleich steht das Verlegeschiff Castoro Sei des Unternehmens Saipem, mit dessen Hilfe Rohre auf den Meeresboden gelegt werden, noch vor der Küste des südrussischen Kurortes Anapa.

    Im Dezember 2014 hatte Russland den Verzicht auf das South-Stream-Projekt bekannt gegeben. Stattdessen wurde beschlossen, eine Gaspipeline in die Türkei unter dem Namen Turkish Stream zu verlegen und an der türkisch-griechischen Grenze einen Gas-Hub für südeuropäische Verbraucher zu bauen.

    Die Gaspipeline South Stream mit einer Jahreskapazität von 63 Milliarden Kubikmeter sollte von Russland über den Boden des Schwarzen Meeres nach Bulgarien und von dort in zwei Strängen weiter nach Italien und Österreich verlegt werden. Die EU-Kommission kritisierte die geplante Leitung, weil das Projekt gegen das Dritte EU-Energiepaket verstoße.

    Gazprom hält 50 Prozent der Anteile am Betreiber South Stream Transport B.V. Der italienische Versorger Eni kontrolliert 20 Prozent sowie die BASF-Tochter Wintershall und Electricite de France (EdF) jeweils 15 Prozent der Aktien. Saipem ist ein Tochterunternehmen von Eni.

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    Tags:
    Schwarzes Meer, Gaslieferung, Erdgas, South Stream, Electricite de France (EdF), Wintershall, BASF, ENI, Allseas Group, Saipem, South Stream Transport, Gazprom, Schweiz, Italien, Russland, Türkischer Strom