Widgets Magazine
06:14 24 Juli 2019
SNA Radio
    Schuldenkrise in Griechenland

    „Crash für deutsche Wirtschaft“ – Linkspolitiker Dehm geißelt „EU-Pinochet Schäuble“

    © REUTERS / Alkis Konstantinidis
    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    101577

    Das neue Hilfspaket für Griechenland, das Alexis Tsipras mit den Top-Politikern der Eurozone vereinbart hat, wird laut dem LINKE-Abgeordneten Diether Dehm „nur dem finanzpolitischen Pinochet Europas, Wolfgang Schäuble“, zugute kommen. Dehm versprach, im Bundestag gegen das Paket zu stimmen.

    Die erzielte Abmachung „trägt die Handschrift des finanzpolitischen Pinochets der Europäischen Union, Herrn Schäuble“, so europapolitische Sprecher der Linksfraktion und Schatzmeister der Europäischen Linkspartei.  „Der ruiniert die deutsche Volkswirtschaft. Wir werden einen Supercrash bekommen dank seiner Politik. Das wird ein Crash für die Sparer und für die Exportwirtschaft. Das wird auch ein Crash für die Demokratie. Eben das, was Pinochet für Chile bedeutet hat, bedeutet Schäuble für die EU.

    Diesem Geisterfahrer kann man nicht zustimmen. Sein Ziel ist einzig die Rettung der Banken.“

    Es sei „mörderisch, was Schäuble macht“, betonte der Abgeordnete in einem Interview mit Sputniknews-Korrespondent Hendrik Polland. Das, was in den letzten Jahren Griechenlandhilfe hieß, war nur ein Stützungspaket für die Großspekulanten. Das ist eine gigantische Lügenmaschine, die über uns herrscht.“

    „Seit dem Jahr 2013 ist kein einziger Cent bei den Griechen gelandet, sondern alles nur bei Hedgefonds für Schrottpapiere, bei denen sich Spekulanten verzockt haben“, meinte der LINKE-Politiker. „Ohne dass die Wahrheit verbreitet wird, werden die Leute immer wie die Lemminge der Bild-Zeitung hinterherlaufen, die behauptet, die Griechen seien faul oder die Rentner hätten zu hohe Renten. Dort gibt es keine Sozialhilfe wie bei uns.  Dort gibt es über eine Million Haushalte, wo die Menschen nur von der Rente eines einzigen Familienangehörigen leben. Diese Rente beträgt teilweise gut 400 Euro, obwohl Miete und Kaffee in etwa genauso viel kosten wie bei uns.“

    Ein „Grexit auf Zeit“, den Schäuble vorgeschlagen hat, wäre für Dehm nicht akzeptabel. „Das, was Schäuble will, ist ein ungeordneter Grexit. Das wäre einer, der nur in einer Katastrophe enden kann. Wenn man von Seiten Draghis und der Europäischen Zentralbank einen Austritt oder eine Parallelwährung so abfedern könnte, dass die Abwertung bei 30 bis 40 Prozent läge, dann wäre der Grexit vielleicht sogar eine Möglichkeit. Wir hätten dann einen Währungsausgleich. Aber es geht nur ein geordneter Grexit, der zeitbedingt ist, bei dem sich die EZB ihrer Verantwortung für die griechische Währung bewusst wird.“

    „Schäuble will dem deutschen Stammtisch Zucker geben, in dem er sagt: Raus, raus, raus mit den Griechen“, äußerte Dehm. „Und das kann nur ein Exempel für Italien, für Spanien bedeuten, für Zypern, für Portugal. Wenn die sich alle einmal einigen auf eine separate Währung, wenn dann Russen oder Chinesen mitspielen, dann haben wir die EU zerschlagen. Den Nachteil wird auch die deutsche Exportwirtschaft tragen.“  

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    „NYT“-Blog: Forderungen an Athen sind Wahnsinn – „Das ist ein Putsch“
    Harter Poker um Griechenland-Rettung
    Tags:
    Europäische Zentralbank (EZB), Die LINKE-Partei, EU, Mario Draghi, Wolfgang Schäuble, Alexis Tsipras, Diether Dehm, Spanien, Portugal, Zypern, Griechenland, Deutschland