15:20 29 Januar 2020
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    Griechenland: Schuldenkrise und Austritt aus Eurozone (94)
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    Als „wenig überraschend“ hat Prof. Dr. Bernd-Thomas Ramb, Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft für Wirtschaftssysteme GWS AG, die Entscheidung im Bundestag zum Hilfspaket für Griechenland bewertet. Realistisch gesehen sei dies jedoch kein guter Kompromiss für Athen.

    „Realisten wissen, dass weitere Kredite unter diesen erzwungenen Bedingungen nicht das Bewusstsein der Griechen ändern und ihnen die Ansicht verschaffen, dass schmerzhafte Änderungen in ihrem eigenen Interesse sind“, so der Experte im Gespräch mit Marina Piminowa und Pjotr Scharapow. Finanfminister Wolfgang Schäuble stehe der realistischen Einschätzung näher. „Es ist die einzige richtige Lösung für das Problem.“

    Zu unterschiedlich, um gleich zu sein

    Die Idee des wirtschaftlichen Zusammenhaltens sei Ramb zufolge bei solchen unterschiedlichen Wirtschaften keine gute. „Man kann nicht in einem so großen Raum mit so unterschiedlichen Volkswirtschaften und so unterschiedlicher Mentalität eine gemeinsame Währung aufzwingen.  Dass widerspricht natürlichen Wirtschaftskräften“, meint er. Wenn Griechenland aus dem Euro ausscheidet, bedeute das kurzfristig eine Stärkung des Euro. Langfristig werden sich aber auch in anderen Ländern die Unterschiede bemerkbar machen, vor allem in Frankreich, fügt er hinzu.

    Gabriel: „Deutschland muss zahlen“

    Sigmar Gabriel
    © REUTERS / Charles Platiau
    Der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel meinte während der Bundestagsdebatte, Deutschland müsse als wirtschaftlicher Gewinner in Europa investieren. Da müsse man genauer schauen, ob Deutschland Gewinner sei wegen der EU oder trotz der EU und des Euros, argumentiert Ramb. „Wir sind zwar relativ besser aufgestellt als andere Länder, aber das ist eher auf die wirtschaftliche Stärke Deutschlands zurückzuführen“, äußert der Experte. Nach der Freitagsabstimmung werde es auf jeden Fall noch eine Besprechung über das Ergebnis selbst geben, so Ramb weiter. Dass führe allerdings nicht direkt dazu, dass mit der Abstimmung die tatsächlichen Probleme gelöst werden.

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    Finanzhilfe, Wirtschaftskrise, Euro, EU, SPD, Sigmar Gabriel, Wolfgang Schäuble, Bernd-Thomas Ramb, Frankreich, Deutschland, Griechenland