Widgets Magazine
08:58 19 Oktober 2019
SNA Radio
    Französische Landwirte streiken infolge russischer Sanktionen

    Frankreich: Landwirte streiken infolge russischer Sanktionen

    © REUTERS / Jacky Naegelen
    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    Russlands Antwort auf Sanktionen des Westens (174)
    41332
    Abonnieren

    Französische Landwirte haben Straßen im Westen des Landes blockiert und fordern die Behörden auf, Maßnahmen zur Erhöhung der Aufkaufpreise für Agrarprodukte zu treffen. Die Demonstranten fordern unter anderem, eine Einigung mit Russland über die Abschaffung des Lebensmittelembargos zu erreichen, berichtet der französische Radiosender RTL.

    Die Proteste, die nun schon seit Wochen andauern, sind nicht unbeachtet geblieben. Allerdings behaupten die Beamten, das Niveau der Aufkaufpreise nicht direkt beeinflussen zu können.

    Trotz alledem ist der Ex-Minister für Landwirtschaft, Bruno Le Maire, sicher, dass die Lage der französischen Fleisch- und Milcherzeuger verbessert werden könnte: Der Absatzmarkt sollte entwickelt werden, und Russland sei in dieser Hinsicht, nach Auffassung von Le Maire, ein vorteilhafter Handelspartner.

    Le Maire nimmt an, dass die aktuelle Situation die Folge „eines Kampfes um andere diplomatische Fragen“ sei.

    Die französische Regierung beabsichtigt, über einen Plan zu verhandeln, der den Landwirten Unterstützung gewähren soll. Jedoch befürchten diese, dass die die versprochene Hilfe nur auf dem Papier bleiben wird.

    Am Montag hatten französische Landwirte begonnen, Massenproteste abzuhalten. Die Demonstranten blockierten die Autobahn in der Nähe von Caen in Nordfrankreich und die Zugänge zu der Stadt Evreux, auf halbem Weg zwischen Caen und Paris. Die Viehzüchter verlangen höhere Kaufpreise und finanzielle Hilfe vom Staat.

    Die Europaabgeordnete und ehemalige französische Ministerin, Nadine Morano, erklärte am Mittwoch, dass die Krise in der französischen Agrarindustrie direkt mit dem russischen Lebensmittel-Embargo verbunden sei, was Frankreich wiederum der eigenen Außenpolitik zu verdanken habe. Unter anderem forderte Nadine Morano Präsident François Hollande auf, „die Scheuklappen von den Augen zu reißen", um bei der Lösung der Krise Erfolge zu erzielen.

    Wie die erste Vizepräsidentin der französischen Föderation der Gewerkschaften der Landwirte (FNSEA), Christine Lambert, am Donnerstag in einem Sputnik-Gespräch sagte, sprechen außer Frau Morano noch viele andere französische Abgeordnete davon,  dass das russische Lebensmittel-Embargo insbesondere die Schweinezucht, den Obstanbau und die Milchproduktion hart getroffen habe. „Die Landwirtschaft wurde das Opfer politischer Entscheidungen, und aus diesem Grunde fordern wir allgemeine politische Maßnahmen, nicht aber nur ökonomische Maßnahmen, die die Landwirtschaft betreffen“, betonte Lambert.

    Ende Juli 2014 hatten die EU und die USA ihre zuvor verhängten Sanktionen gegen einzelne ranghohe Personen in Russland auch auf ganze Sektoren der russischen Wirtschaft ausgeweitet. Als Antwort auf diese Einschränkungen verhängte Russland zum 7. August einen Importstopp für Lebensmittel aus der EU, den USA, Kanada, Australien und Norwegen. Unter das Embargo fallen unter anderem Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch, Meeresprodukte, Obst, Gemüse, Käse und einige andere Milcherzeugnisse sowie Nüsse.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Russlands Antwort auf Sanktionen des Westens (174)

    Zum Thema:

    Sanktionen schlagen zurück: „Österreich und Deutschland leiden stärker“ - Experte
    Russland verlängert Lebensmittel-Embargo gegen den Westen
    Russlands Embargo brachte deutschen Bauern 600 Millionen Euro Verluste
    Russisches Embargo: Auch Litauen fordert von EU Entschädigung
    Tags:
    Embargo, Lebensmittel, Landwirtschaft, Sanktionen, EU, François Hollande, Bruno Le Maire, Nadine Morano, USA, Frankreich, Russland, Australien, Kanada, Norwegen