13:55 28 Oktober 2020
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    Die deutschen Exporte nach Russland werden im laufenden Jahr voraussichtlich um etwa 33 Prozent auf rund 20 Milliarden Euro einbrechen, erklärt der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft, Eckhard Cordes.

    Von Januar bis Mai 2015 sind die deutschen Exporte nach Russland gegenüber dem bereits schwachen Jahr 2014 um weitere 34 Prozent eingebrochen, teilte der Ausschuss am Donnerstag auf seiner Webseite mit. Nach den nun vorliegenden Mai-Zahlen des Statistischen Bundesamtes, die der Ost-Ausschuss ausgewertet hat, summierten sich die Exportverluste in den ersten fünf Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bereits auf 4,4 Milliarden Euro. Isoliert betrachtet, lag das Monatsergebnis für Mai mit einem Rückgang der Exporte um 35 Prozent dabei sogar noch unter dem bisherigen Monatsdurchschnitt.

    „Der negative Trend setzt sich unvermindert fort. Aufs Gesamtjahr 2015 hochgerechnet müssen wir von einem Rückgang der deutschen Exporte nach Russland um 10 Milliarden Euro auf dann insgesamt nur noch 20 Milliarden Euro ausgehen“, wurde Cordes auf der Internetseite zitiert. „2014 hatten deutsche Unternehmen noch Waren für rund 30 Milliarden Euro und im Rekordjahr 2012 sogar Waren für 38 Milliarden Euro nach Russland geliefert.“

    Ähnlich stark eingebrochen seien auch die deutschen Exporte in die Nachbarländer Russlands: Die Exporte nach Kasachstan seien in den ersten fünf Monaten 2015 um 26 Prozent, nach Belarus um 31 Prozent und in die Ukraine um 29 Prozent gesunken. „Angesichts dieser dramatischen Entwicklung dürfte es nachvollziehbar sein, dass die deutsche Wirtschaft die Politik eindringlich bittet, die Anstrengungen zur Lösung der Ukraine-Krise weiter hochzuhalten“, sagte Cordes. „In Jahrzehnten aufgebaute Geschäftsbeziehungen und gemeinsame Perspektiven brechen gerade weg, die Wirtschaftssanktionen sind dabei ein wesentlicher Faktor. Es muss alles dafür getan werden, dass wir aus dieser Sackgasse möglichst schnell wieder herauskommen“, betonte der Topmanager.

    Der Ost-Ausschuss plädiert daher für eine baldige Nachfolgekonferenz zum Minsk-Friedensprozess auf höchster Ebene, auf der auch Fragen der wirtschaftlichen Stabilisierung der Ukraine gemeinsam behandelt werden sollten.

     

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