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00:21 18 Juli 2019
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    Goldnachfrage: Russland und China steigen zu Big Playern auf

    © Sputnik / Pavel Lisicin
    Wirtschaft
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    Die Regierungen der Länder, deren Wirtschaft vom Goldpreis abhängt, sind über den Rückgang der Goldpreise beunruhigt. Der World Gold Council rechnet nicht damit, dass die Goldpreise in kurzfristiger Perspektive wieder steigen werden.

    Der Botschafter Südafrikas in Indien, France  Morule, sagte: „Kurzfristig wird der Preisrückgang natürlich einen Effekt haben, doch zu Gold gibt es langfristig keine Alternative“.

    Das verstehen auch die Zentralbanken Russland und Chinas. Nach Angaben des Exekutivdirektors von World Gold Council, P.R. Somasundaram, kaufen die Zentralbanken Russlands und Chinas weiter Gold an. „Russland und China befassen sich seit einigen Jahren mit dem Ankauf von Gold. China kauft Gold seit den vergangenen sechs Jahren und Russland seit den vergangenen 17 Quartalen“.

    Nach Prognosen des World Gold Council importiert China in diesem Jahr 900 bis 1000 Tonnen Gold. Am 17. Juli veröffentlichte die Chinesische Volksbank erstmals seit sechs Jahren Zahlen über die Goldvorräte des Landes. Ende Juni 2015 verfügte China über 1054 Tonnen Gold. China kauft jedes Jahr etwa so viel Gold wie alle europäischen Länder zusammen. In den vergangenen vier Jahren kaufte China 1020 Tonnen Gold. In ganz Europa wurden im selben Zeitraum nur 21 Tonnen mehr Gold gekauft.

    Auch bei der Zentralbank Russlands ist eine große Nachfrage nach Gold zu erkennen. Seit 2007 füllt sie ihre Goldvorräte durch Käufe bei russischen Produzenten auf, bezahlt wird in Rubel. Innerhalb von sieben Jahren stiegen die Goldvorräte der russischen Zentralbank um das 2,7-fache – von 457 Tonnen zum Ende des 1. Quartals 2008 auf 1238 Tonnen 2015.
    Gleichzeitig verringert Russland seine Anteile an US-Staatsanleihen. Bereits seit mehr als einem Jahr stößt die russischen Zentralbank die US-Schuldverschreibungen im großen Stil ab – im Vergleich zu April 2014 sank der Anteil der US-Staatspapiere an den Reserven Russlands um 42 Prozent. Der Trend zum Abstoßen der US-Staatspapiere begann Ende 2011 bzw. Anfang 2012.

    Seitdem sind die Anteile Russlands an den US-Staatsanleihen um das 2,6-fache zurückgegangen. Im März 2014 stieß die russische Zentralbank US-Papiere im Gesamtwert von 57,8 Milliarden US-Dollar ab. Damit ging auch der Anteil des Dollars an den russischen Reserven zurück, währen der Anteil des Goldes wuchs.
    Der Goldanteil an den Reserven Russlands liegt bei 13 Prozent. Die Goldreserven nähern sich dem historischen Rekord aus dem Jahr 1935. Nicht ausgeschlossen ist, dass die Goldvorräte in der Sowjetzeit noch größer waren, ihr Umfang wurde jedoch geheim gehalten.

    Nach IWF-Angaben verfügte Russland 1993 nach dem Zerfall der Sowjetunion über 317 Tonnen Gold. In diesem Jahr werden die Goldankäufe steigen. Dazu rufen auch die russischen Goldförderer auf. Im April wandten sie sich an die Zentralbank mit dem Vorschlag, das gesamte in Russland geförderte Gold zu erwerben (rund 240 Tonnen pro Jahr) und den Export vorübergehend zu stoppen.

    Während andere Länder Probleme wegen des Goldpreisrückgangs lösen müssen, kontrollieren Russland und China komplett die Märkte, weshalb sie weiterhin die Goldnachfrage bestimmen werden, so Somasundaram.

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    Tags:
    Gold, Indien, Russland, China