19:42 29 Januar 2020
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    Russisch-ukrainischer Gasstreit (231)
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    Die Ukraine benötigt für die Winterzeit sieben Millionen Tonnen Kohle nach einem positiven Szenario und elf Millionen Tonnen nach einem negativen Szenario, wie der ukrainische Premier Arseni Jazenjuk am Montag in Kiew in einer Sitzung des Energie-Krisenstabes sagte.

    „Bei minus fünf Grad sind sieben Millionen Tonnen Kohle und bei minus 20 Grad elf Millionen Tonnen erforderlich“, sagte Jazenjuk unter Berufung auf ein Gutachten ausländischer Experten zur Situation im Energiesektor der Ukraine.

    Wie der ukrainische Energieminister Wladimir Demtschischin zuvor mitgeteilt hatte, wird die Ukraine während der Vorbereitung auf die bevorstehende Heizsaison Kohle von allen möglichen Lieferanten, darunter auch von Russland, kaufen müssen. Nach Angaben des Ministers betragen die Kohlevorräte jetzt 1,5 Millionen Tonnen. Es sei geplant, vor dem Beginn der Heizsaison noch drei Millionen Tonnen Kohle zu beschaffen.

    Laut Andrej Kobolew, Chef des staatlichen Gasversorgers Naftogaz Ukrainy, benötigt Kiew für die Heizsaison mindestens 17 Milliarden Kubikmeter Erdgas. Das gehe aus einer Studie ausländischer Experten hervor, die die Situation im Energiesektor der Ukraine innerhalb eines Monats analysiert haben. Anhand der bisherigen Erfahrungen und im Hinblick auf eventuelle Konfliktsituationen mit dem russischen Konzern Gazprom wäre es besser, zum Beginn der Heizsaison 19 Milliarden Kubikmeter Gas zu beschaffen, hieß es.

    Nach dem Stand vom 31. Juli werden in den unterirdischen Gasspeichern der Ukraine 12,969 Milliarden Kubikmeter Gas gelagert, wie die Vereinigung europäischer Gasspeicherbetreiber auf ihrer Webseite mitteilt. Die ukrainische Regierung hatte zuvor beschlossen, durch die Mobilisierung von Kreditmitteln einen Reservefonds von Erdgas bzw. Heizöl im Wert von einer Milliarde US-Dollar zu bilden.

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    Kredit, Naftogaz, Andrej Kobolew, Arsseni Jazenjuk, Kiew, Ukraine