22:43 09 Dezember 2019
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    Situation in Griechenland

    Deutscher Experte: Umbau der Eurozone unumgänglich – Bündnis EU fragil

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    Wirtschaft
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    Griechenland: Schuldenkrise und Austritt aus Eurozone (94)
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    Die Griechenland-Krise hat gezeigt, wie fragil das Bündnis EU ist, wo Andreas Wehr, Autor von Büchern und Artikeln zu Europa, Philosophie und Geschichte sowie zur aktuellen Politik.

    „Man rechnet damit, dass die griechische Wirtschaft in diesem Jahr um zwei bis drei Prozent weiter schrumpfen wird“, so der Experte in einem Gespräch mit Sputniknews. „Damit wird die Schuldenlast größer, weil sie immer anhand des tatsächlich erzielten Bruttoinlandsproduktes berechnet wird. Der IWF hat bereits angekündigt, dass er große Vorbehalte hat, erneut Teilnehmer eines solchen Restrukturierungsprogramms zu sein. Man sagt dort in Washington, dass das Land keine Schuldentragfähigkeit besitzt.“

    „Mit diesem Programm wird es keinen Ausweg Griechenlands aus der Krise geben. Das ist eine Lösung bis 2017, wo die Bundestagswahl stattfindet und man dann eingestehen muss, dass diese Lösung keine Krisenlösung war“, betont Wehr.

    Auch für andere kriselnde Staaten sollte es keine Entwarnung geben: „Wir haben ein prosperierendes Kerneuropa und eine schwache Peripherie. Die Widersprüche zwischen den einzelnen Teilen Europas verstärken sich. Wenn ein Land wie Deutschland mit seinen Exporten andere Länder in Europa, die Abnehmer sind, niederkonkurriert, dann ergeben sich Disproportionalitäten und auch politische Spannung in der Europäischen Union.“

    Andreas Wehr geht davon aus, dass diese Widersprüche künftig weitere Krisen auslösen werden. „Der Euro hat seine Bewährungsprobe nicht bestanden. Dass die Peripherie  womöglich in der Eurozone nicht bleiben wird, dass wird sich in den nächsten Jahren deutlicher zeigen. Ich erwarte in der Perspektive einen Umbau der Eurozone“, lautet die Prognose des Experten.  

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    Euro, IWF, EU, Griechenland