15:52 17 August 2017
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    Yuan und Dollar

    Yuan-Abwertung und Folgen für Ausland: „Versessen auf Stabilität“

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    Wirtschaft
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    Der IWF begrüßt die Abwertung des Yuan durch die chinesische Zentralbank. Ein russischer Experte sagt dagegen, es gehe um keine Liberalisierung, sondern eher um eine andere Form der Kontrolle. Moskau erwartet mittelfristig gewisse Vorteile für Russland. Und Donald Trump beklagt, dass China die USA „vernichtet“.

    Die chinesische Zentralbank beschwichtigt: Die Abwertung des Yuan ist kein Dauerplan. Am Mittwoch hieß es in einer Mitteilung: „Im Hinblick auf die internationale und Binnenlage im Finanzbereich gibt es im Moment keine Gründe für eine dauernde Abwertung“. Zuvor am Dienstag und Mittwoch hatte die Zentralbank zweimal in Folge den Wechselkurs der chinesischen Nationalwährung gegenüber dem US-Dollar gesenkt – um jeweils 1,9 und 1,6 Prozent.

    Der Internationale Währungsfonds IWF begrüßte die Maßnahme als Schritt, der den Marktkräften ermöglichen soll, eine „größere Rolle bei der Bestimmung des Wechselkurses“ zu spielen. „Aus unserer Sicht könnte und sollte China einen Übergang zu einem effizienten Floating binnen zwei bis drei Jahren anstreben“, mahnte der IWF, wie die russische Tageszeitung „Kommersant“ in ihrer Onlineausgabe berichtete.

    Die russische Zentralbank kommentierte am Mittwoch: „Mittelfristig ist es zu erwarten, dass die Abwertung des Yuan den chinesischen Export und das Wirtschaftswachstum ankurbeln wird. Letztendlich soll dies positive Auswirkungen auf globale Rohstoffpreise haben – darunter auch auf Ölpreise, was wiederum zu einer Aufwertung des Rubel beitragen soll.“

    Der direkte Einfluss auf den Rubel-Kurs und auf den russischen Finanzmarkt wird allerdings, wie es hieß, unwesentlich sein: „Das Volumen der Yuan-Geschäfte am russischen Devisenmarkt ist im Vergleich zu den Dollar- und den Euro-Geschäften äußerst gering.“

    Die russische Tageszeitung „Wedomosti“ schrieb am Mittwoch in einem Redaktionskommentar: „Die chinesische Führung wird traditionell kritisiert, weil sie auf Stabilität versessen sei und keine Marktreformen wolle. Vor diesem Hintergrund hätte die Abwertung des Yuan eine äußerst wichtige Nachricht werden können. Doch die Umstände, unter denen sie beschlossen wurden, lassen zurückhaltender reagieren. Das chinesische Wirtschaftswachstum hat sich verlangsamt – am deutlichsten seit sechs Jahren. Im Vergleich zum Vorjahr ist der chinesische Export im Juli um 8,3 Prozent geschrumpft.“

    Wie es im Kommentar weiter heißt, könnte der Export-Rückgang auf einen massiven Stellenabbau und folglich auf soziale Unruhen hinauslaufen, was die Regierung in Peking am meisten befürchtet. Und ein niedriger Yuan-Kurs kann den Export stimulieren. Alexander Gabujew, Experte des Carnegie Moscow Center, sagte dem Blatt, die Abwertung des Yuan sei keine Liberalisierung-Maßnahme, sondern eher ein Übergang zu einem „anderen Typ der Kontrolle“. Die chinesische Zentralbank behalte viele Instrumente, um den Wechselkurs zu beeinflussen – etwa durch Währungsinterventionen.

    Emotional reagierte der US-amerikanische Milliardär und Präsidentschaftskandidat Donald Trump. Die Agentur Reuters zitierte ihn mit den Worten: „Sie (die Chinesen) vernichten uns schlechthin. Sie werten ihre Nationalwährung weiter ab und werden weitermachen. Sie werden eine starke Abwertung erzielen – und dies wird für uns verheerend sein.“

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    Tags:
    Rubel, IWF, Donald Trump, USA, China
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