15:30 16 August 2017
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    Hubschrauberträger Mistral in Saint-Nazaire

    Mistral: Vertragsbruch mit Moskau kommt Paris offenbar doppelt so teuer

    © AFP 2017/ GEORGES GOBET
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    Die Aufkündigung des Mistral-Deals mit Russland könnte Frankreich doppelt so teuer zu stehen kommen, wie Paris es angekündigt hat. Außer der Rückerstattung an Moskau müsste die französische Regierung auch die heimischen involvierten Unternehmen entschädigen, wie die Zeitung „Le Canard enchaine“ schreibt.

    Frankreich hatte im Auftrag der russischen Marine zwei Hubschrauberträger der Mistral-Klasse gebaut, jedoch aus politischen Erwägungen nicht ausgeliefert. Nach monatelangem Hin und Her willigte die Regierung in Paris in eine Rückerstattung ein. Der französische Präsident Francois Hollande betonte in der vergangenen Woche, dass Frankreich keine Vertragstrafen zahlen müsse. Die genaue Höhe der Rückerstattung will Paris erst im September nennen. Laut dem französischen Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian liegt dieser Betrag unter 1,2 Milliarden Euro.

    Nach Angaben der Zeitung „Le Canard enchaine“ kostet der Rücktritt von dem Vertrag jedoch deutlich mehr, als Paris es darstellt. So müsste Frankreich neben der Rückzahlung des russischen Vorschusses in Höhe von 896 Millionen Euro Russland weitere 100 Millionen Euro zahlen. Dabei handelt es sich um die Kosten für die Ausbildungsreise von 400 russischen Matrosen und die Zusatzausrüstung, die bereits auf einem der Kriegsschiffe installiert ist.

    Zudem müsste die Regierung für die Verluste der französischen Wirtschaft aufkommen. So soll die Werft DCNS mit 350 Millionen Euro entschädigt werden. Weitere 500 Millionen sollen an den Zulieferer Thales et Safran gehen.

    Um die beiden bereits gebauten Hubschrauberträger noch an ein anderes Land verkaufen zu können, müsste Frankreich die Schiffe entsprechend den Nato-Standards umbauen. „Le Canard enchaine“ schätzt die Umbaukosten auf 200 Millionen Euro. Darüber hinaus müsste Paris die Instandhaltungskosten decken, die dem Hafen Saint-Nazaire entstanden sind: etwa 150 Millionen Euro. Somit könnten sich satte zwei Milliarden Euro ergeben.

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    Werft DCNS, Mistral, NATO, Jean-Yves Le Drian, François Hollande, Frankreich, Russland
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