19:38 10 Juli 2020
SNA Radio
    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    Streit um Mistral-Kriegsschiffe (93)
    292227
    Abonnieren

    François Hollande, der seit drei Jahren Frankreichs Präsident ist, hat sich übernommen, und nun besteht das Risiko, dass er dem Land große Schulden hinterlässt, wie die französische Zeitung „Boulevard Voltaire“ schreibt.

    Selbst wenn man die beunruhigenden wirtschaftlichen Merkmale nicht beachte, lasse sich das Ausmaß der Katastrophe einschätzen, wenn man sich zwei Episoden ansehe, die in diesem Sommer geschehen sind. Binnen weniger als zwei Monaten habe Frankreich durch Verschulden von Hollande ein Minus von 54 Milliarden Euro verbucht, so der Autor.

    Dieser Betrag wurde nach der Torpedierung von gleich zwei großen Verträgen berechnet. Es handelt sich dabei um die Lieferung von Mistral-Schiffen an Russland und den Rafale-Deal mit Indien.

    „Unser „tapferer“ Präsident macht weiterhin Fehler auf dem Gebiet der internationalen Geopolitik, für die die französischen Steuerzahler geradestehen müssen“, wird in dem Beitrag betont.

    Früher war bekannt geworden, dass Frankreich der russischen Seite zwei Milliarden Euro für die Nichtlieferung der Mistral-Schiffe zahlen soll, teilt das Blatt mit. Ursprünglich hatte Russland laut dem Autor geplant, insgesamt vier französische Hubschrauberträger zu kaufen. Da Frankreich an den zwei nichtgebauten Schiffen eine Milliarde Euro verloren habe, belaufe sich der Gesamtschaden für das Land auf ca. drei Milliarden Euro.

    Der Mistral-Vertrag war 2011 geschlossen worden. Das erste Schiff – „Wladiwostok“ – sollte im November 2014 ausgeliefert werden. Paris legte den Deal aber wegen des Ukraine-Konfliktes auf Eis. Viele Experten und Politiker äußerten die Meinung, dass diese Entscheidung unter Druck Washingtons getroffen wurde.

    Um die beiden bereits gebauten Hubschrauberträger noch an ein anderes Land verkaufen zu können, müsste Frankreich die Schiffe entsprechend den Nato-Standards umbauen. Die französische Satire-Zeitung „Le Canard enchainé“ schätzte die Umbaukosten auf 200 Millionen Euro. Darüber hinaus müsste Paris die Instandhaltungskosten decken, die dem Hafen Saint-Nazaire entstanden sind: etwa 150 Millionen Euro. Daraus könnten sich satte zwei Milliarden Euro ergeben.

    Doch damit nicht genug: Neben der Aufkündigung des Mistral-Deals mit Russland hat Frankreich den 48 Milliarden schweren Vertrag über die Lieferung von Rafale-Jägern an Indien verloren.

    Auch der auf 5,2 Milliarden geschätzte Vertrag über die Lieferung von Rafale-Flugzeugen an Ägypten ist in Gefahr: Für die Bezahlung des Vertrages haben sich die ägyptischen Behörden bei Frankreich 2,6 Milliarden Euro geliehen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren
    Themen:
    Streit um Mistral-Kriegsschiffe (93)

    Zum Thema:

    Mistral: Vertragsbruch mit Moskau kommt Paris offenbar doppelt so teuer
    Sarkozy-Partei will Kommission zur Mistral-Lage gründen
    Paris zahlt keine Vertragsstrafen wegen geplatzten Mistral-Deals an Moskau - Hollande
    Marine Le Pen: Mistral-Vertrag-Auflösung ruiniert Frankreichs Ruf
    Tags:
    Mistral, Rafale Dassault, NATO, François Hollande, Frankreich, Russland