08:48 06 Dezember 2019
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    Wirtschaftskrise in Griechenland

    Griechenland-Krise: Schuldenschnitt wäre Vertragsbruch - Experte

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    Griechenland: Schuldenkrise und Austritt aus Eurozone (94)
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    Ein Schuldenschnitt für Griechenland wäre nach Ansicht des Volkswirtschaftlers Bernd-Thomas Ramb von der Universität Siegen ein „Vertragsbruch“. Diese Meinung äußerte er im Vorfeld der Bundestagsabstimmung über ein neues Kreditprogramm.

    „Die Bundesregierung muss darauf achten, dass kein Schuldenschnitt zustande kommt. Das würde dem Eurovertrag wiedersprechen“, sagte er in einem Sputniknews-Interview mit Hendrik Polland. „Dann würde man wiederholt vertragsbrüchig.“

    Wie der Experte einräumte, glaubt er nicht daran, dass Griechenland seine Schulden überhaupt jemals wird zurückzahlen können. „Für die Griechen ist entscheidend, dass sie von ihrer Schuldentilgung befreit werden. Sie müssen nachweisen, dass sie ihren Haushalt führen können, ohne neue Schulden zu machen. Wenn das nicht der Fall ist, dann müssten wir immer weiter zuschießen, dann ist die Frage, zu welchen Konditionen.“

    Hinter dem Beharren auf der Teilnahme des IWF stehe nach Ansicht des Experten „die Intention der USA, dass sie in die Schuldenhaftung der Griechen hineingenommen werden, weil sie eine Menge davon haben“.

    „Der IWF wird zu einem großen Teil von den USA finanziert“,  so Ramb. „Die CDU schwenkt deshalb schon um.“

    „Es spielt aber keine Rolle, ob der IWF dabei ist“, fügte er hinzu. „Wenn Griechenland seine Schulden an den IWF nicht zurückzahlen kann, dann würde immer die EU beziehungsweise die Eurogruppe einspringen. Insofern ist das ein Geplänkel auf Nebenkriegsschauplätzen.“

    Im Übrigen bleibt der Experte der Überzeugung, dass „der Euro eine Fehlkonstruktion ist“. „Und an der Griechenlandkrise sehen wir, was daraus entstehen kann. Griechenland hätte nicht in den Euro-Raum aufgenommen werden müssen. Außerdem helfen die Hilfspakete Griechenland nicht weiter. Griechenland muss durch dieses Tal der Tränen, um wieder wirtschaftlich stark zu werden.“   

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    Tags:
    IWF, EU, CDU/CSU, Bernd-Thomas Ramb, USA, Griechenland