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03:08 21 September 2019
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    Ostukraine: Russischer Rubel wird Leitwährung in Lugansk

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    Wirtschaft
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    Am 1. September ist der russische Rubel offiziell Ankerwährung in der Volksrepublik Lugansk geworden. Angesichts der Wirtschaftsblockade vonseiten der Ukraine werden die Renten und Gehälter von nun an in Rubel berechnet und ausgezahlt, teilte der Vorsitzender des Lugansker Ministerrates am Dienstag mit.

    Diese Entscheidung wurde vom Lugansker Ministerrat am 18. August getroffen. Gennadi Zypkalow, Vorsitzender des Ministerrates, hatte zuvor erklärt, dass diese Maßnahmen im Zusammenhang mit der Wirtschaftsblockade vonseiten der Ukraine eingeleitet worden sind.

    Zypkalow zufolge wird das Multiwährungssystem auch weiter funktionieren – es bleiben weiter Griwna, Dollar und Euro im Bestand. Doch von nun an werde der Rubel zum Währungsanker in Lugansk. Renten und Gehälter werden in Rubel ausgezahlt, ohne Bezug auf die Griwna. Die Planung und die Haushalts-, Finanz- und Steuerberichte werden ebenfalls in Rubel erstattet.

    Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts „Osoby Status“ sind mehr als 52 Prozent der Einwohner der selbsternannten Volksrepublik Lugansk  damit einverstanden, dass der Rubel Leitwährung wird. Im Laufe der Umfrage stellte sich heraus, dass 63 Prozent der Befragten bei ihren Käufen die russische Währung nutzen.

    Im August betrug der Anteil des russischen Rubels am Haushalt der selbsterklärten Volksrepublik etwa 85 Prozent. Mitte August hatte die Finanzministerin von Donezk mitgeteilt, dass der Haushalt der Nachbarrepublik bis zu 90 Prozent aus russischen Rubeln besteht.

    Bei Kundgebungen Anfang April 2014 hatte die Bevölkerung der Gebiete Donezk und Lugansk, die mit dem Februar-Staatsstreich in Kiew nicht einverstanden gewesen war, Volksrepubliken ausgerufen.

    Nach den Referenden im Mai desselben Jahres verkündeten die Republiken ihre Souveränität und bildeten danach die Union „Noworossija“ (Neurussland) sowie ihre eigenen Machtorgane. Am 2. November 2014 hatten die Volksrepubliken Donezk und Lugansk ihre Staats- und Parlamentschefs gewählt. Kiew erkannte die beiden selbstproklamierten „Volksrepubliken“ Donezk und Lugansk nicht an.

    Auf Beschluss der ukrainischen Behörden gilt seit Januar 2015 eine Zugangskontrolle für die selbsterklärten Volksrepubliken Lugansk und Donezk, wobei die Ein- bzw. Ausreise dort nur gegen Vorlage von Sonderausweisen erfolgen darf. Wie der ukrainische Grenzschutz meldet, werden täglich Kraftfahrzeuge mit Lebensmitteln, Haushaltschemikalien und Medikamenten auf ihrer Fahrt in den Donbass aufgehalten.

    Am 16. Juni führte die ukrainische Sicherheitsbehörde SBU neue Regeln für die Überquerung der Trennlinie im Donbass ein: Es wurde die Einfuhr von Lebensmitteln und Medikamenten verboten, die nicht von Kiew kontrolliert werden, der Busverkehr mit den Volksrepubliken wurde stillgelegt.

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    Tags:
    Leitwährung, Haushalt, Euro, Rente, Lugansker Volksrepublik, Gennadi Zypkalow, Lugansk, Donezk, Ukraine