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    Gazprom und europäische Partner paraphieren Nord Stream-Erweiterung

    © Foto: Gazprom
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    Die Vertreter von Gazprom, BASF, OMV, E.on, Engie und Shell haben in Wladiwostok eine Aktionärsvereinbarung über den Bau von zwei weiteren Nord-Stream-Strängen unterzeichnet, wie Gazprom am Freitag mitteilte.

    Die Aktionäre rechnen damit, dass die neue Gaspipeline die Sicherheit der Lieferungen nach Europa erhöhen soll.

    Die Realisierung wird von dem Projektunternehmen New European Pipeline AG übernommen. Gazprom soll 51 Prozent erhalten; BASF/Wintershall, OMV, E.on und Shell werden je zehn Prozent der Aktien bekommen, auf Engie entfallen neun Prozent.

    Die Gesamtleistung der beiden Stränge, die auf dem Ostsee-Boden von Russland nach Deutschland verlegt werden, soll 55 Milliarden Kubikmeter Gas jährlich betragen.

    In der Mitteilung von Gazprom wird Miller mit den Worten zitiert, dass die neuen Stränge vor allem für die Lieferung von neuen Gasmengen (also laut den neuen und nicht den aktuellen langfristigen Verträgen) gedacht seien. Die zusätzlichen Mengen braucht Europa angesichts der Reduzierung der eigenen Förderung.

    Laut dem BASF-Vorstandvorsitzenden Kurt Bock nimmt die Firma seit mehr als 20 Jahren am Bau von Gaspipelines nach Europa teil. „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Gazprom und anderen Partnern im Rahmen dieses wichtigen Infrastrukturprojektes“, sagte er. Seinerseits betonte E.on-Chef Klaus Schäfer, dass der Ausbau der Nord-Stream-Pipeline es erlauben werde, die Erdgaslieferungen nach Europa sicherer zu machen.

    „Nach der erfolgreichen Realisierung des Nord-Stream-Projekts bekundet die Firma Engie ihr festes Vorhaben, Teil des Projektes Nord Stream II zu werden. Als Schlüsselakteur auf dem europäischen Markt hat Engie immer die Entwicklung von Gasinfrastruktur gefördert, die es erlauben wird, die Lieferrouten auf den europäischen Markt zu diversifizieren und deren Effizienz zu erhöhen“, sagte Pierre Chareyre, stellvertretender Direktor von Engie.

    Engie auch dabei

    „Zusätzliche Liefermengen laut diesem Projekt werden erlauben, den Central European Gas Hub weiter zu stärken“, glaubt der OMV-Vorstandsvorsitzende Rainer Seele. OMV rechnet damit, dass ihr Hub Baumgarten das Endziel der neuen Nord-Stream-Stränge wird.

    „Erdgas wird noch lange auf Platz eins im Energiehaushalt Europas stehen. Die Realisierung von neuen Projekten wie Nord Stream II ist für die Deckung des Energiebedarfs in Europa notwendig, insbesondere angesichts der rückgehenden Eigenförderung“, zeigte sich Shell-Direktor Ben van Beurden überzeugt.

    Im Juli hatten Gazprom, E.on und OMV ein Memorandum über den Bau von zwei neuen Nord-Stream-Strängen unterschrieben. BASF/Wintershall und Engie schlossen sich dem Projekt später an.

    Gazprom findet Partner für Nord-Stream-Ausbau

    Im Juni sagte Gazprom-Chef Miller in einem Interview für Reuters, dass die vorläufigen Kosten der beiden neuen Nord-Stream-Stränge 9,9 Milliarden Euro ausmachen. Davon sollen 70 Prozent als Projektfinanzierung zur Verfügung gestellt werden, der Rest komme von Aktionären, so Miller.

    Es sei geplant, die beiden Stränge bis Ende 2019 in Betrieb zu nehmen. Dabei unterstrich der Gazprom-Vorstandsvorsitzende, dass sie für Gaslieferungen laut den neuen Verträgen gebaut werden und nicht etwa dafür, um nach 2019 die Ukraine als Transitland zu umgehen.

    Laut dem Entwurf der russischen Energiestrategie bis 2035, die letzte Woche vom Energieministerium nachgearbeitet wurde, sollen die russischen Gasexporte in 20 Jahren im Vergleich zum Jahr 2014 um mindestens 15 Milliarden auf 175 Milliarden Kubikmeter steigen.

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    Tags:
    Erdgas, Nord Stream, Shell, Gazprom, Engie, OMV, E.ON, Wintershall, BASF, Alexej Miller, Russland