05:06 06 Dezember 2019
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    Autokonzern Volkswagen

    VW-Abgas-Manipulationen: Großer Imageschaden für gesamte deutsche Automobilindustrie

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    Nachdem die VW-Affäre um Abgas-Manipulationen in den USA und eine drohende Milliardenstrafe ans Licht gekommen sind, hat der deutsche Autokonzern Volkswagen zwölf Milliarden Euro an Wert verloren, wie die Agentur Reuters am Montag berichtet.

    Am Montagmorgen brach das VW-Papier in der Spitze um 18,6 Prozent auf 132,20 Euro ein. Das sei der größte Kurssturz seit sechs Jahren, infolge dessen der Wolfsburger Autokonzern mehr als zwölf Milliarden Euro an Börsenwert verloren habe.

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    Der Wolfsburger Konzern hatte am Wochenende zahlreiche Abgas-Manipulationen in den USA zugegeben, so Reuters. VW-Chef Martin Winterkorn hätte sich dafür entschuldigt und versprochen, eine externe Untersuchung durchzuführen.

    Reuters zufolge steht VW unter dem Verdacht, bei zahlreichen Diesel-Autos „die Abgasvorschriften vorsätzlich umgangen zu haben“. Es gehe dabei um etwa eine halbe Million Fahrzeuge. Nach Angaben der US-Umweltschutzbehörde EPA könnte VW in diesem Zusammenhang mit einer Höchststrafe von bis zu 18 Milliarden Dollar rechnen.

    "Das ist aber sicher nicht das Ende der Fahnenstange", zitiert Reuters Heino Ruland, Marktanalyst vom Brokerhaus ICF. Dazu könnten seiner Ansicht nach auch Sammelklagen von US-Autohaltern kommen.

    Autoexperte Stefan Bratzel rechnet dagegen mit einer wesentlich niedrigeren Strafe, weil Volkswagen mit den US-Behörden kooperiert. Viel größer ist Bratzels Ansicht nach der Imageschaden, den der Konzern und damit auch die gesamte deutsche Automobilindustrie in den USA erlitten hat, so Reuters. VW mit seinem Tochterunternehmen Audi sei „das Aushängeschild der deutschen Automobilindustrie“. Daher stehe eine stärkere Einführung des Dieselantriebs in den USA für die gesamte Branche zunächst außer Frage.

    Es soll derzeit geklärt werden, so Bratzel, ob auch andere deutsche Autohersteller die Abgaswerte in den USA manipuliert hätten. Volkswagen müsse seinerseits beweisen, dass die Prüfergebnisse in anderen  US-Staaten nicht gefälscht wurden und dass in Europa und Asien nicht getrickst wurde.

    Die EPA wirft dem Wolfsburger Konzern vor, so Reuters, in Volkswagen- und Audi-Modellen eine Software installiert zu haben, mit deren Hilfe die Verringerung bestimmter Abgasemissionen im normalen Fahrbetrieb ausgeschaltet werden könne. Dies bedeute, dass die entsprechenden Autos „die für den Umweltschutz festgesetzten Emissionslimits um das bis zu 40-Fache übertreffen könnten“. Untersucht werden EPA zufolge die Modelle Jetta, Beetle, Golf und Audi A3 der Jahre 2009 bis 2015, sowie der VW Passat aus den Jahren 2014/15.

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    Umweltschutz, Automobilmarkt, Auto, VW Passat, Audi, Volkswagen AG, Heino Ruland, Martin Winterkorn, Deutschland, USA