11:52 13 Dezember 2017
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    Putin: Handel mit Serbien überraschend im Aufwind

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    Wirtschaft
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    Trotz der schwierigen Lage auf dem Weltmarkt ist der Umsatz im Warenverkehr zwischen Russland und Serbien besonders im Agrarbereich unerwartet hoch ausgefallen, wie Russlands Präsident Wladimir Putin in einem Gespräch mit dem serbischen Premier Aleksandar Vucic am Donnerstag äußerte.

    Zuvor hatten der serbische Premier Aleksandar Vucic und sein russischer Amtskollege Dmitri Medwedew in Moskau eine Reihe von Dokumenten unterzeichnet, die die Zusammenarbeit der beiden Länder im wirtschaftlichen und militärischen Bereich stärken sollen. Vucic betonte dabei, dass Serbien seine aufrichtige und freundschaftliche Einstellung zur Russischen Föderation gezeigt und bewiesen habe und eines der wenigen europäischen Länder sei, das ungeachtet der zahlreichen Forderungen weltweit, keine Sanktionen gegen Russland verhängt hat.

    „Ungeachtet aller Schwierigkeiten, denen die Weltwirtschaft ausgesetzt ist – bei uns läuft ja auch nicht alles ganz glatt – wächst der Warenverkehr mit Serbien, und er wächst ganz unerwartet. Die Lieferung von Agrarprodukten auf den russischen Markt stieg mit einem Mal um ganze 40 Prozent, das ist ein guter Wert!“, sagte Putin.

    Russland hatte im August 2014 als Antwort auf westliche Sanktionen die Einfuhr diverser Lebensmittel aus der EU, Norwegen, den USA, Kanada und Australien verboten. Betroffen sind in erster Linie Fleisch, Wurst, Fisch, Obst, Gemüse und Milchprodukte.

    Am 25. Juni dieses Jahres beschloss die russische Regierung, ihre Lebensmittelsanktionen um ein Jahr bis zum 5. August 2016 zu verlängern. Das sei eine Antwort auf die Entscheidung der EU, ihre Russland-Sanktionen bis zum 31. Januar 2016 aufrecht zu erhalten, hieß es in Moskau.

    Im August hatte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, mitgeteilt, dass die russischen Gegensanktionen zu einer allgemeinen Preissenkung bei Agrarprodukten in Deutschland geführt hätten. Die Situation in der Landwirtschaft bezeichnete der Verbandschef als „mehr als anstrengend“.

    Wie der Milchpräsident des bayerischen Bauernverbandes, Günther Felßner, damals äußerte, sei 2015 ein katastrophales Jahr für die Betriebe gewesen. So habe es einen sehr starken Preisrückgang gegeben. Nach den Spitzenergebnissen, die von Ende 2013 bis Anfang 2014 mit mehr als 40 Cent je Kilogramm Milch erzielt worden sind, seien die Preise kontinuierlich zurückgegangen und lagen im August 2015 im Bundesschnitt bei knapp 28 Cent je Kilogramm.

    In Litauen ist der Export von Milch und Milcherzeugnissen im ersten Halbjahr 2015 gar um ganze 34 Prozent zurückgegangen. Der litauische Premier Algirdas Butkevicius hatte im August die EU-Kommission um die Gewährung von 50 Millionen Euro Finanzhilfe für die Unterstützung der einheimischen Milchproduzenten, die unter dem weltweiten Preisverfall und dem Lebensmittelembargo Russlands leiden, gebeten.

    Finnland habe im Sektor der Milchproduktion nach der Einstellung des Exports nach Russland mehr als ein Fünftel, rund 200 Millionen Euro an Einnahmen verloren, wobei die gesamte finnische Landwirtschaft 400 Millionen Euro eingebüßt hätte, wie es in einem Bericht des Verbandes der finnischen Landwirte MTK im September hieß.

    Der Präsident der italienischen Vereinigung der Landwirtschaft Dino Scanavino, schätzte im selben Monat die Verluste Italiens wegen des Embargos auf etwa 1,2 Milliarden Euro ein.

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    Tags:
    Aleksandar Vučić, Wirtschaft, Agrarindustrie, Agrarwirtschaft, Dmitri Medwedew, Wladimir Putin, Serbien, Russland
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