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04:43 18 August 2019
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    MICEX-Börse in Moskau

    Gute Aussichten für Ende der Russlandsanktionen – Schweizer Handelszeitung

    © Sputnik / Alexey Kudenko
    Wirtschaft
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    Europäische Anleger sollten für den Fall eines möglichen Endes der Sanktionen russische Aktien kaufen und somit einen doppelten Profit ernten: Die Wirtschaft in Russland scheint sich zu erholen und auf der Moskauer Börse könnte es demnächst zu einem Kursaufschwung kommen, wie die Schweizer Handelszeitung am Freitag schreibt.

    Noch im Mai sei in Russland ein Crash des Finanzsystems vermieden worden, was der russischen Notenbankchefin Elvira Nabiullina zu verdanken sei, die für diese erfolgreiche Rettung des Systems Mitte September vom britischen Finanzmagazin "Euromoney" zur Notenbankerin des Jahres 2015 gewählt worden sei.

    „Das ist ein persönlicher Erfolg für die Zentralbankchefin, und auch die Perspektiven im Land scheinen sich langsam aufzuhellen.“, schreibt  die Handelszeitung. Zu diesen Perspektiven gehöre auch, dass es an der Moskauer Börse schon bald zu einem Kursaufschwung kommen könnte.

    Zwar sei das russische Bruttoinlandprodukt im zweiten Quartal um rund 4,6 Prozent gefallen, wobei im dritten Quartal nur ein geringer Aufschwung registriert worden sei, doch laut Wirtschaftsminister Alexej Wedew hat Russland die Talsohle immerhin durchschritten.

    Im Vergleich zum Vorjahresmonat habe es in diesem September jedoch bereits ein leichtes Wachstum gegeben, und laut Wedew ist im vierten Quartal sogar ein Plus gegenüber dem Zeitraum vom Juli bis September durchaus möglich.

    „Zwar macht eine Schwalbe noch keinen Sommer, aber es ist immerhin eine Schwalbe: Nach einer erwarteten Schrumpfung von 3,9 Prozent in diesem Jahr rechnet die Zentralbank für 2016 nur noch mit einem Minus von 1,0 Prozent.“,  so das Blatt.

    Eine solch positive Entwicklung der konjunkturellen Stabilisierung lasse dann auch die Lösung der Finanzkrise in Aussicht nehmen.

    Das Treffen von Vizekanzler Sigmar Gabriel und dem russischen Staatschef Wladimir Putin in Moskau, wo möglicherweise auch das Ende der Wirtschaftsmaßnahmen gegen Russland besprochen worden sei, könnte laut der Handelszeitung die Chancen eines Endes der Sanktionen steigen lassen. 

    „Immerhin ist Deutschland wohl der Hauptverlierer auf westlicher Seite. Wegen der Handelsbeschränkungen verbuchte der Nachbar im ersten Halbjahr einen Einbruch bei den Exporten nach Russland von 31 Prozent. Nachdem der deutsche Export in das Riesenreich im Osten schon im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen war, könnte sich das Exportminus in diesem Jahr noch einmal auf etwa zehn Milliarden Euro belaufen.“, berichtet die Zeitung. 

    In dieser Hinsicht sei die Äußerung des Präsidenten der EU-Kommission, Jean-Claude Juncker, über einen besseren Umgang mit Russland und der derzeitige Besuch des ehemaligen französischen Staatschef Nicolas Sarkozy in Moskau kennzeichnend für ein nun tatsächlich besseres Verhältnis zur Russischen Föderation.

    „Ein plötzliches und überraschendes Aus der Sanktionen könnte die Börse Moskau und den Rubel natürlich massiv beflügeln. In diesem Fall würden Anleger gleich doppelt profitieren.“, betont die Handelszeitung. 

    Es könnte sich auszahlen, so das Schweizer Blatt, russische Aktien von solchen Energiekonzernen wie Gazprom, Lukoil oder Rosneft  im Depot zu haben.

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    Tags:
    Wirtschaft, Sanktionen, Elwira Nabiullina, Jean-Claude Juncker, Sigmar Gabriel, Wladimir Putin, Europa, Schweiz, Russland