01:59 28 Oktober 2020
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    Russisch-ukrainischer Gasstreit (231)
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    Der vom russischen Gaskonzern Gazprom festgestellte Gaspreis ermöglicht es Kiew, den „blauen Brennstoff“ im für den Winter notwendigen Umfang zu kaufen und die kommende Heizperiode planmäßig zu überstehen, wie RIA Novosti unter Berufung auf den ukrainischen Energieminister Wladimir Demtschichin mitteilt.

    Laut dem Minister besitzt die Ukraine in diesem Jahr bereits größere Gasvorräte als im Vorjahr (17 Milliarden Kubikmeter). 

    Im vierten Quartal beträgt der Gaspreis für die Ukraine, unter Berücksichtigung des Preisnachlasses, 227,36 US-Dollar je 1.000 Kubikmeter.

    Desweiteren informierte Demtschichin über beträchtliche Umfänge von Kohle (etwa zwei Millionen Tonnen), die sich zurzeit in dem von Kiew nicht kontrollierten Gebiet im Südosten des Landes befänden und vorläufig, wegen der Blockade der Eisenbahn, nicht auf von Kiew kontrolliertes Territorium befördert werden könnten.

    Zugleich sagte Gazprom-Chef Alexej Miller am Vortag, dass die vom ukrainischen Energieversorger Naftogaz überwiesene Vorauszahlung für russisches Gas nur für fünf Tage ausreiche.

    Der ukrainische Energieminister hatte am vergangenen Dienstag zugegeben, dass sein Land bis Jahresende nicht die für die Heizperiode nötigen 19 Milliarden Kubikmeter Gas in unterirdische Gassprecher pumpen werden könne.   

    Mittlerweile werden in der Ukraine massenhaft Wälder, darunter in Naturschutzgebieten und sogar in der Tschernobyl-Sperrzone, abgeholzt.  In Kiew werden trotzdem etwa 165 Wohnhäuser noch nicht beheizt.

    Am 12. Oktober hatte Russland nach einer drei Monate langen Pause seine Gaslieferungen in die Ukraine wiederaufgenommen. Auch damals hatte Gazprom mitgeteilt, dass Naftogaz eine Vorauszahlung von nur 234 Millionen US-Dollar von versprochenen 500 Millionen US-Dollar überwiesen habe. 

    Nach Ansicht einer der EU-Spitze nahestehenden Quelle wird die Ukraine im bevorstehenden Winter russisches Gas kaufen, weil Notlieferungen aus den EU-Ländern den Bedarf der Ukraine an Gas allein aus rein technischen Gründen nicht decken können werden. Laut dem Gazprom-Chef wird die Ukraine für einen „sehr kalten Winter“ zwischen fünf und sieben Milliarden Kubikmeter Gas kaufen müssen.

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    Tags:
    kohle, Gas, EU, Alexej Miller, Ukraine