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07:03 23 September 2019
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    Ölterminal im Hafen von Kosmino an der Pazifikküste

    Russland will neue Ölsorte von Brent-Notierungen abkoppeln und Rubel kassieren

    © Sputnik / Svetlana Mayorova
    Wirtschaft
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    Russland testet derzeit vom Handel mit Öl der Marke Brent unabhängige Geschäfte mit seiner neuen Ölsorte. Die Durchsetzung der neuen Marke soll sich günstig auf die Preise auswirken und den langjährigen Wunsch von Präsident Wladimir Putin verwirklichen, für russisches Öl den Russischen Rubel zu kassieren, wie die Agentur RBC schreibt.

    Eine spezielle Arbeitsgruppe unter der Leitung von Vize-Energieminister Kirill Molodzow tüftelt seit 2014 an einem neuen Modus für den Ölhandel. Laut Plänen soll die Einführung eines neuen Gemischs von Urals- und ESPO-Öl die Abhängigkeit von Brent-Notierungen lockern. Die ersten Probegeschäfte sind für diesen November geplant. Mit regulärem Handel an der St. Petersburg Rohstoffbörse rechnen russische Experten bis Ende 2016.

    Bei ESPO (East Siberia Pacific Ocean) handelt es sich um Öl aus neuen Feldern im Osten Sibiriens, das über die ESPO-Pipeline zur Pazifikküste gepumpt wird. Die endgültige Bezeichnung für Russlands neue Ölsorte steht noch nicht fest.

    Indes hatte bereits der russische Konzern Zarubezhneftegaz für sein nach Weißrussland geliefertes Öl Rubel kassiert. Bislang wurde im Ölhandel ausschließlich im US-Dollar verrechnet. Russische Experten erhoffen sich aus dem Ölhandel auf der Rubelbasis zudem eine Stärkung der Landeswährung. „Die Nachfrage der Importeure nach Rubel wird die russische Währung stützen und ihre Abhängigkeit von Kursschwankungen minimieren“, meinte Anna Kokarewa, Analystin des Forex-Traders Alpari.

    Zu den potentiellen Kunden russischer Ölkonzerne, die mit Rubel verrechnen werden, zählte sie vor allem Ex-Sowjetrepubliken wie Kasachstan, Weißrussland, Kirgistan, Tadschikistan und Usbekistan. „Möglicherweise werden auch China, Vietnam oder Indien mitmachen. Europa wird in dieser Hinsicht die problematischste Region sein: es wird kaum gelingen, die in Verträgen festgeschriebenen Konditionen zu ändern.“

    Zugleich erinnerte Kokarewa daran, dass Russland etwa die Hälfte seines Rohöls nach Asien ausführt. Demnach werde Russland seine Abhängigkeit vom US-Dollar und Euro schrittweise abbauen, sagte die Expertin.

     

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    Tags:
    Ölhandel, Kirill Molodzow, Russland