15:05 04 April 2020
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    Die deutschen Unternehmen zeigen eindeutiges Interesse an weiterer Kooperation mit Russland, wie die Deutsch-Russische AHK bestätigt.

    „Es gibt keinen Rückzug aus Russland. Wir haben 6.000 Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung in der Russischen Föderation, und von denen ist nur ein verschwindend geringer Prozentsatz aus Russland zurückgegangen“, sagt Jens Böhlmann, Leiter Öffentlichkeitsarbeit an der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer, gegenüber Sputniknews.

    Ganz insgesamt herrsche bei deutschen Unternehmen Optimismus vor. Optimistisch dürfen Böhlmann zufolge alle Branchen sein: „Es ist der große Vorteil der deutschen Wirtschaft bis zum Jahr 2013 gewesen, dass man in allen Branchen so aufgestellt ist, dass man realistische Geschäftschance hat.“

    Die Verlängerung der Sanktionen sei zudem noch keine beschlossene Sache, betont Böhlmann weiter. Auch der BASF-Vorstandsvorsitzende, Kurt Bock, fordert die EU auf, die gegenüber Russland verhängten Sanktionen zu überprüfen. Die Unternehmen können "an Sanktionen, gleich welcher Art, kein Interesse haben", sagte er gegenüber "Bild".

    „Betroffen von den Sanktionen sind vor allem Unternehmen, die Finanzierung brauchen“, sagt Böhlmann weiter. „Das hängt damit zusammen, dass es über die Länge der Sanktionen immer schwieriger wird, vernünftige Finanzierung und Kredite zu bekommen. Am meisten betroffen sind Maschinen- und Anlagebau, zum Teil die Landwirtschaft und Kraftwerkindustrie. Die größte Wirkung für alle Beteiligten haben jetzt aber die Finanzmarktsanktionen“, so der AHK-Mitarbeiter.

    „Das Klima und die Stimmung sind deutlich besser geworden. Das bedeutet ja nicht, dass wir morgen normale Verhältnisse haben. Der Wille, zusammenzuarbeiten, ist aber auf beiden Seiten groß“, so Böhlmann.

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    Tags:
    Sanktionen, AHK, EU, Jens Böhlmann, Kurt Bock, Russland, Deutschland