12:10 28 März 2017
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    ISS-Segment und Progress-Raumfrachter im All

    Russland tüftelt an drahtloser Strom-Übertragung per Laser im All

    © Foto: Roskosmos/Fedor Yurchikhin
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    Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos will einem Zeitungsbericht zufolge einen Laser im Weltraum testen, um Strom drahtlos zu übertragen. Dadurch könnten Satelliten und Raumschiffe zusätzlich mit Energie versorgt werden. Bisher wurden eher andere Methoden in Erwägung gezogen – wie etwa Treibstoff-Transporte ins All.

    Wie die russische Tageszeitung „Iswestija“ am Montag berichtet, zielt das geplante Experiment darauf ab, Strom vom russischen ISS-Segment mit Hilfe eines Laserstrahls drahtlos an einen Progress-Raumfrachter zu übertragen. Die Aufgabe übernimmt der russische Raketenkonzern Energia. Dessen Fachleute testen bereits die Technologie.

    Der zuständige Ressortchef des Konzerns, Wjatscheslaw Tugajenko, sagte dem Blatt: „Die führenden Labore des Landes nehmen an dem Projekt teil. Wir haben inzwischen photoelektrische Anlagen, um den Strahl zu empfangen und umzuformen. Ihre Effizienz erreicht rund 60 Prozent. Um die Lenkung des Strahls zu justieren, mit Hilfe eines Laserstrahls drahtlos hat das Unternehmen auf seinem Gelände eine Versuchsstrecke eingerichtet. Die Distanz zwischen dem Emitter und dem Empfänger beträgt dabei 1,5 Kilometer. Das System funktioniert erfolgreich im Experimentalmodus.“

    Der Wirkungsgrad des ganzen Projekts soll nach Einschätzung des Konzerns zehn bis 20 Prozent betragen, möglich wäre auch eine Erhöhung auf 30 Prozent. „Nach den ursprünglichen Forschungen sind wir zu dem Schluss gelangt, dass ein Experiment im All machbar ist. Die Distanz zwischen der ISS und dem Progress-Frachter soll einen bis zwei Kilometer betragen“, so Tugajenko.

    Die Entwickler gehen davon aus, dass diese Methode der Energieübertragung neue Optionen für die Erschließung des Weltraumes ermöglicht. Es wird ja längst daran getüftelt, wie Satelliten und Raumschiffe im All zusätzlich mit Energie versorgt werden könnten.

    Vorerst kommen meistens andere Methoden in Betracht. Im Februar 2014 hatte die NASA etwa im Rahmen des Projekts PROxiTT auf der Erdoberfläche ein Roboter-System getestet, das Satelliten im All mit Treibstoff nachtanken soll. Zuvor hatte es Berichte über einen Vertrag zwischen Intelsat und dem kanadischen Unternehmen MDA gegeben. Demnach soll ein spezieller Raumfrachter gebaut werden, um zwei Tonnen Treibstoff ins All zu bringen und geostationäre Satelliten nachzutanken. Bislang kam jedoch kein solches Raumschiff zum Einsatz.

    Der russische Raumfahrt-Experte Andrej Ionin weist darauf hin, dass ein Nachtanken im All nicht unbedingt wirtschaftlich zweckmäßig wäre: Der Treibstoffmangel ist ja nicht das akuteste Problem – zumindest für Kommunikationssatelliten.

    „Geostationäre Satelliten mit elektrischen Raketentriebwerken haben eine Betriebsdauer von 20 Jahren – ihre Ausrüstungen veralten und fallen früher aus, als der Treibstoff ausgeht. Ein Nachtanken im All wäre für einzigartige und teure Satelliten gefragt – etwa im Sinne der Fernerkundung der Erde. Denn solche Satelliten kommen in niedrigen Umlaufbahnen zum Einsatz und manövrieren viel. Ein Nachtanken aus Distanz wäre auch für Militärsatelliten nützlich“, so Ionin.

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      Michail KurzAntwort anMichail Kurz(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      manfred.ebel, noch eine Ergänzung: Russland wäre für unsere Industrie aufgrund des Rubel-Kurses ein interessanter Beschaffungsmarkt. Leider gibt es da kaum etwas zu beschaffen. Das hat mit Sanktionen überhaupt nichts zu tun! Versuchen Sie mal ganz einfache, brauchbare Maschinenbauelemente aus Russland zu importieren. Viel Erfolg!
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      TschelowjekAntwort anMichail Kurz(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Michail Kurz, wenn wir uns auf die Politiker und deren Drahtzieher verlassen, wird es nie eine friedliche Welt geben. Deshalb bin ich der Meinung, dass die Bevölkerung massiv dafür eintreten muss, beispielsweise durch:
      Friedensdemonstrationen Slogan z.B. Wir weigern uns Feinde zu sein ( nicht meine Erfindung sondern Palästina/Israel)
      Kein Bundeswehrsoldat geht mit ins Ausland.
      Niemand bewirbt sich mehr in der Rüstungsindustrie
      Alle weigern sich Rüstungsgüter ins Ausland zu transportieren
      Wir kaufen nur regional beim Bauern um die Ecke und in Tante Emma Laden
      Solange sich die Bundeswehr im Ausland befindet wird kein Blut oder Organe usw. mehr gespendet
      und anderes.
      Wir müssen von unten Druck machen, sonst wird das nichts. Leider sind die meisten Menschen dazu nicht bereit. Es liegt letzten Endes an uns . Es bringt gar nichts immer nur auf die da Oben zu zeigen. Davon wird nichts anders!!!
      www.youtube.com/watch?v=9pp_i13s5_M

      www.youtube.com/watch?v=xbJDBtDWV94
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      Michail KurzAntwort anTschelowjek(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Tschelowjek, ich hoffe doch, dass Sie nicht nur schreiben, sondern auch politisch aktiv sind. Es ist immer leicht, anonym die Politik zu kritisieren oder sogar verteufeln. Jeder kann sich engagieren!
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      Antwort anMichail Kurz(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Michail Kurz, auf der Geldscheinseite, auf der die symbolische Unterschrift ist. Dort links neben BCE ECB ....
      Michael Kurz, es kommt auch nicht darauf an, ob Sie die Bindung an den Dollar erkennen können. Sie können natürlich auch behaupten, dass es keinen erkennbaren Übergang von flüssigem zum kristallinem Wasser gibt. Da schert sich das Wasser nicht drum.
      Das eben ist der Unterschied zwischen objektiv und subjektiv.
      Besser wäre aber, wenn Sie subjektiv die objektiven Gesetze und Zusammenhänge (an-)erkennen, denn das würde weiteren Erkenntnisdrang und v.a. menschliches Handeln auslösen.
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      Antwort anMichail Kurz(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Michail Kurz, zu Ihrer Ergänzung: ich stelle mir die Symbiose von russischer und deutscher Wirtschaft vor. Einfach herrlich, einfach unschlagbar, einfach zum gegenseitigen Vorteil! Versuchen Sie es mal! Und dann gucken sie dazu mal Obombas entgleitende Visage an!
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      Michail KurzAntwort an (Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      manfred.ebel, Verschwörungstheorien sind eine subjektive Auslegung der objektiven Wahrheit ;-)
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      Ullrich HeinrichAntwort an (Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      manfred.ebel
      "Dieses (!) Copyright ist im europäischen Recht gar nicht vorhanden."
      Hinweis: "Welturheberrechtsabkommen"
      Das klärt auf und verhindert die Veröffentlichung von Blödsinn!
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      TschelowjekAntwort anMichail Kurz(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Michail Kurz, davon habe ich doch schon oft genug geschrieben.
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      Ullrich HeinrichAntwort an (Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      manfred.ebel
      " ich stelle mir die Symbiose von russischer und deutscher Wirtschaft vor."
      Was genau wäre denn von russischer Seite, außer Rohstoffe, in diese "Symbiose" sinnvol einzubringen?
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      Michail KurzAntwort an (Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      manfred.ebel, da muss ich schmunzeln! Ich arbeite mit russischen Firmen zusammen. Ihr Vorschlag wäre eher einem Supergau gleich. Übrigens sollten Sie sich das mit dem copyright nochmal durchlesen. Ich habe es gerade getan. Es wurde 1909 erstmals in den USA eingeführt und wurde in ein internationales Vertragswerk übernommen. Hat nicht mit Hegemonie zu tun!
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      Antwort anTschelowjek(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Tschelowjek, welche Innovation kam denn in den letzten 200 Jahren aus Russland / russichen Kulturkreis / Sowjetunion? Unter Innovation verstehe ich eine technische wissentschafliche Entwicklung die einer breiten Schicht von Menschen zur Verfügung steht um das individuelle Leben / Zusammenleben zu verbessern. Ok verbessern kann man manchmal diskutieren - Innovationen sind aus meiner Sicht z.B. Indiddualverkehr ( Auto), flächendeckende Elektrizität, mobile Kommunikation, Internet, erneuerbare Energien usw.
    • Konstantin
      Die Trolle bearbeiten andere?? Na egal. Ich bin zwar auch fürs "Tüfteln, oder Fummeln wie ich es nenne" finde aber das man hier auf der Erde noch das eine oder andere Problem lösen könnte.
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      TschelowjekAntwort an (Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      jan.stottko,

      rusdeu.de/das-wissenschaftliche-russland/russische-erfindungen-die-die-welt-revolutionierten

      Darüber hinaus dürfte es ja bekannt sein, dass die Sowjetunion und nun Rußland führend in der Raumfahrt sind.

      Ich finde aber auch Rußland gesellschaftspolitisch hochinteressant. Dazu müssen Sie wissen, dass ich den Kapitalismus nicht als beste Gesellschaftsform betrachte.
      Rußland wagte zuerst eine sozialistische Gesellschaftsform, dass dies mißlang bedeutet nicht, dass es nicht fortschrittlich war. Ich glaube, dass es eine ähnliche Wirtschaftsweise in Zukunft geben muss, wenn es allen Menschen gut gehen soll. Kapitalismus kann und will das nicht leisten.
      Rußland ist auch in den Kapitalismus zurückgefallen.

      Trotzdem bleibt es historisch gesehen, das erste Land, das diese Gesellschaftsform ausprobierte.

      Darüber hinaus ist es das größte Land der Erde in welchem viele unterschiedliche Völker mit unterschiedlichen Religionen friedlich zusammenleben. Als Russe erhält man, wenn man es möchte kostenlos ca. einen halben Hektar Land zur Bewirtschaftung. In welchem Land gibt es das?
      Sicher, Rußland ist auch nicht das Paradies auf Erden. Sozialpolitisch hapert es wohl ganz schön. In der Jelzinzeit haben sich auch Russen gnadenlos bereichert auf Kosten des Volkes. Putin hat das nun etwas eingedämmt.

      Insgesamt gesehen halte ich das heutige Rußland für zukunftsweisend, weil es das Völkerrecht wieder in den Mittelpunkt stellen will, dass vom Westen in den letzten Jahrzehnten mit Füßen getreten wurde.
      Das heißt nicht, dass der Westen nicht innovativ war. Jeder weiß das, es gab viele gute Erfindungen. Doch was kommt da in letzter Zeit- Genfood,TTIP, Massenüberwachung, Krieg,ebenfalls Abbau der Sozialsysteme, ein Selbstbedienungsladen für Finanzjongleure, Mißbrauch der Börse für Finanzwetten usw.
      Angeblich sind die jungen Menschen so ungebildet, dass Firmen kaum noch geeignete Auszubildende finden. Das liegt nicht an den Menschen sondern am Bildungssystem. Da ist doch etwas faul!
      Und was war die ganze Zeit seit dem zweiten Weltkrieg? Gesinnungsschnüffelei bis hin zu Mord und Terroranschlägen. Lesen Sie mal das Buch von Daniele Ganser " Nato Geheimarmeen in Europa" und die gibt es mit Sicherheit immer noch ( siehe NSU).
    • ABC Warrior Antwort anMichail Kurz(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Michail Kurz,
      Maschinenbauelemente kauft man auch nicht in Russland, deren Markt ist auf Rohstoffexport ausgelegt, daß hat bisher sehr gut zur EU gepasst, eine Win Win Situation. Aber nein, einen Rohstoffexporteur brauchen wir ja in Europa nicht .... haben wir ja alles selbst unendliche Gasvorkommen in der Nordsee sind da selbstverständlich.
    • Konstantin Antwort anMichail Kurz(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Michail Kurz, Copyright_Act_of_1909, meinen sie wirklich China intressiert das, zumindest mittelfristig.
    • Konstantin Antwort anABC Warrior (Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      tobias966, vergene Liebesmüh, in 20 Jahren werden die Leute hier, ihre fehlerhafte Politik bitter büßen.
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      UdoAntwort an (Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      jan.stottko, Da ist leider tatsächlich nicht viel, was man hier kaufen kann, oder es wird nicht angeboten. Was ich mir denke, das die Russische Wirtschaft schon im Grunde stark sein könnte. An hochwertiger Technik fehlt es im Grunde ja nicht, siehe das Militär. Womöglich haben die Russen auch eine andere Herangehensweise als der Westen, auf jeden Fall steckt aber ein großes Potenzial in der Russischen Wirtschaft.
      Ist vielleicht wie ein kleines Feuer, wo man erst einmal kräftig pusten muss, damit es lodert.
      Und ob mobile Kommunikation wirklich immer so ein Fortschritt ist, wenn dadurch Millionen User von morgens bis abends auf Ihr Smartphone starren? Und dadurch teilweise langsam regelrecht verdummen?
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      rikasulke
      Die Weiterleitung von EnergieTrägern ist nicht allein dem Draht übereignet!. In spätestens 30-50 Jahren wird es EnergieBomben geben, die unsichtbar im Raum gelagert, bewegt und zum Bersten gebracht werden und für Stunden jegliche herkömmliche Stromführung beim Gegner verhindert! Allerschwerste elektrisch Entladungen in der Atmosphäre, vor Ort, sind bereits funktionsfähig.
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      Miami
      Russland tüfftetlt an......
      und tüfftle an einem fliegenden Schlafzimmer.
      Immer wieder zu Späßen aufgelegt diese lustigen Russen
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      viele menschen
      "Wir haben inzwischen photoelektrische Anlagen, um den Strahl zu empfangen und umzuformen. Ihre Effizienz erreicht rund 60 Prozent."
      ...
      "Die Distanz zwischen der ISS und dem Progress-Frachter soll einen bis zwei Kilometer betragen“, so Tugajenko."
      Warum so umständlich und ineffizient?
      Und die ISS soll dann als nötige Tankstelle entwertet werden, die ggf. immer wieder angesteuert werden muss?
      Mit dem richtigen Treibstoff und das passende Aggregat dazu hab ihr solche Probleme nicht.
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