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    Bau der Gasleitung Nord Stream

    Politologe Rahr: Polnische Klage gegen Nord Stream ist Quatsch

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    Als „Quatsch“ hat Alexander Rahr, Osteuropa-Experte und Autor des Buches „Russland gibt Gas“, die Klage der polnischen Häfen am Hamburger Verwaltungsgericht: die Gas-Pipeline störe ihrer Entwicklung und müsse tiefer verlegt werden.

    Seit 2011 sei die Pipeline schon rund fünf Jahre in Betrieb, und es hätte keine Beanstandungen gegeben, sagte er im Sputnik-Interview mit Nikolaj Jolkin. „Eine der modernsten der Welt, die Leitung wurde von den besten technischen Profis gebaut. Deshalb ist die polnische Forderung ein Quatsch. Vielmehr ist es ein Versuch, das Nord-Stream-2-Projekt zu torpedieren.“

    Wie der Experte meint, ist momentan der Energie-Krieg in Europa im Gange. „Sieben, Staaten, darunter auch Polen, haben einen Brief an die Europäische Kommission mit der absolut kompromisslosen Forderung unterschrieben, Nord-Stream-2 unter Umgehung von Polen und der Ukraine nicht zuzulassen. Das ist auch ein Angriff auf Deutschland, dessen Geschäftsleute diese Leitung fördern, und dessen Politiker, die dieses Projekt als relevant bezeichnen.“

    Infografik: Nord Stream: Nach Europa durch die Ostsee

    Alexander Rahr ist der Ansicht, dass „sich einige Teile der polnischen Elite noch nicht von dem Wahlkampf erholt haben und Geschichte als Waffe benutzen, um Ängste zu schüren und ihre eigenen Interessen in den Vordergrund zu stellen. Es gibt keine deutsch-russische Achse, von der so manche polnische Politiker sprechen. Es gibt eine hervorragende deutsch-russische Zusammenarbeit, der sich übrigens ein Land wie Polen anschließen könnte. Diese Möglichkeit, zusammen mit Deutschland und Russland ein Gaskonsortium zu gründen, hatte Polen 2002. Der Vorschlag lag auf dem Tisch. Dann wäre Polen ein sicheres Transitland geworden.“

    Die polnische Regierung habe schon damals aus den unbegreiflichen, jedenfalls nicht aus kommerziellen, sondern ideologischen Gründen jegliche Zusammenarbeit an einem solchen Projekt abgelehnt. „Leider Gottes stecken manche Entscheidungsträger und Elite-Vertreter auf dem europäischen Kontinent oft mit den Köpfen im kalten Krieg“, schlussfolgert Rahr.

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    Nord Stream 2, Alexander Rahr, Nikolaj Jolkin, Ukraine, Polen