19:52 12 Dezember 2019
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    Lachs als Lakmustest: TTIP-Ablehung wächst auch in Österreich

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    Der natürliche Lachs wird voraussichtlich zum letzten Mal die Weihnachtstische in Europa schmücken, bereits im kommenden Jahr wird er eventuell vom genmanipulierten Lachs abgelöst. Dies wird geschehen, wenn das Freihandelsabkommen der Europäischen Union mit den Vereinigten Staaten von Amerika unterschrieben und in Kraft treten wird.

    In den USA ist dieser genmanipulierte Lachs, der in Kanada gezüchtet wird, im November 2015 von der nationalen Lebensmittelbehörde FDA zum Verkauf und Verzehr freigegeben. Der genetisch veränderte Fisch, der besonders schnell wächst, wird  in den Regalen in den Vereinigten Staaten nicht einmal extra gekennzeichnet.

    Dies war der Ausgangspunkt einer Sondersitzung im Gesundheitsausschuss des österreichischen Parlaments vor einigen Tagen, berichtet Sputniknews-Korrespondent Igor Belov aus Wien. Vertreter aller Parteien beschlossen einstimmig, dass sich die für diese Problematik zuständige Ministerin für Gesundheit Sabine Oberhauser im Falle eines Antrags auf Marktzulassung des Gen-Lachses in der Europäischen Union  entschieden dagegen sein soll.

    Es gibt nämlich zwei potentielle Wege, wie dieser genmanipulierte Lachs in die EU gelangen könnte: über das bereits abgeschlossene Freihandelsabkommen der EU mit Kanada CETA oder über das ähnliche Abkommen der Europäischen Union mit den USA – TTIP —, das aber noch nicht unter Dach und Fach ist, da die nationalen Parlamente der EU-Mitgliedsländer den Vertragstext noch ratifizieren müssen.

    In den USA ist dieser genmanipulierte Lachs, der in Kanada gezüchtet wird, im November 2015 von der nationalen Lebensmittelbehörde FDA zum Verkauf und Verzehr freigegeben. Der genetisch veränderte Fisch, der besonders schnell wächst, wird  in den Regalen in den Vereinigten Staaten nicht einmal extra gekennzeichnet. Dies war der Ausgangspunkt einer Sondersitzung im Gesundheitsausschuss des österreichischen Parlaments vor einigen Tagen. Vertreter aller Parteien beschlossen einstimmig, dass sich die für diese Problematik zuständige Ministerin für Gesundheit Sabine Oberhauser im Falle eines Antrags auf Marktzulassung des Gen-Lachses in der Europäischen Union  entschieden dagegen sein soll.

    Einer der wichtigsten Kritikpunkte am Freihandelsabkommen TTIP in Europa besteht gerade darin, dass man mit den gentechnisch veränderten Lebensmitteln nichts zu tun haben will. Man befürchtet, dass mit TTIP, wenn es zustande käme, dem Import von tafelfertiger Gen-Nahrung nichts im Wege stehen würde. Gewisse genmanipulierte „Halbfabrikate“ sind nämlich bereits in den EU-Raum vorgedrungen.

    Zum Beispiel werden jährlich mehrere Tonnen von Gen-Soja aus Übersee nach Europa exportiert, dass dann an Nutztiere verfüttert wird. Das Fleisch dieser Tiere wird  wiederum  von Menschen verspeist. Bislang sind Europäer sehr kritisch gegenüber dem direkten Verzehr von Gen-Lebensmitteln und auch der Verwendung vom Gen-Saatgut eingestellt. Ob man weiterhin in dieser Hinsicht standhaft bleibt, wird sich in der nächsten Zukunft zeigen. Wie die Wiener Tageszeitung „Der Standard“ in diesem Zusammenhang kürzlich schrieb, wird der Gen-Lachs im Jahr 2016 zu einem echten Lackmustest für das verhandelte TTIP-Abkommen.

    Wer gegen TTIP ist, muss nicht unbedingt Amerika hassen, lautet eine der wichtigsten Aussagen der Autorin Petra Pinzler, die gerade das Buch mit dem Titel „Der Unfreihandel“ im Rowohlt-Verlag herausgegeben hat. Die namhafte „Die Zeit“-Journalistin mit der langjährigen Erfahrung einer Auslandskorrespondentin in Washington und Brüssel hat in ihrem Buch alle Argumente für das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA analysiert und eines nach dem anderen entkräftet. Ein Abkommen wie TTIP, meint sie, würde so tief in die Rechtsordnung der Unterzeichnerstaaten eingreifen wie kein anderes völkerrechtliches Dokument. Und deswegen wäre dieses Abkommen eine teuflische Idee, garniert dazu noch mit dem genmanipulierten Lachs.

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    EU, CETA, TTIP, Kanada, USA, Österreich