14:10 23 Oktober 2018
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    Saudi-Arabien fährt rekordhohes Haushaltsdefizit ein

    © Flickr/ Bader Alotaby
    Wirtschaft
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    In Saudi-Arabien hat das Haushaltsdefizit im scheidenden Jahr einen rekordhohen Wert von 98 Milliarden US-Dollar (367 Milliarden Riyal) erreicht, wie Bloomberg unter Berufung auf eine Quelle in der Regierung des Landes berichtet.

    Die Staatsausgaben werden auf 975 Milliarden Riyal geschätzt. Das sei um 13 Prozent mehr als vorgesehen, meldet Rambler News Service. Es ist zu erwarten, dass die in Höhe von 715 Milliarden Riyal geplanten Staatseinnahmen auf 608 Milliarden zurückgehen. Die Hauptursache für den unausgeglichenen Haushalt sei der Ölpreisverfall, heißt es.

    Die geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, hatte am 8. November mitgeteilt, dass die Golfländer in diesem Jahr 275 Milliarden US-Dollar Einnahmenverluste wegen des Einbruchs der Ölpreise erleiden würden. Das BIP-Wachstum dieser Länder werde sich in diesem Jahr auf 3,2 Prozent und im kommenden Jahr auf 2,7 Prozent verlangsamen, so Lagarde.

    Der IWF hatte Ende Oktober darauf hingewiesen, dass Saudi-Arabien in den nächsten fünf Jahren mit einem zunehmenden Staatshaushalts-Defizit konfrontiert sein werde.

    Nach Hochrechnungen von IWF-Analytikern kann ein Ölpreis von 106 US-Dollar je Barrel einen ausgewogenen Staatshaushalt für Saudi-Arabien sichern.

    Der Preis für die Ölsorte Brent sank seit Anfang 2015 von 53 auf 37 US-Dollar je Barrel. Der Verfall der Ölpreise hat sich beschleunigt, nachdem die Organisation ölexportierender Länder (OPEC), deren wichtigstes Mitglied Saudi-Arabien ist, eine Erhöhung der Öl-Förderquoten  von 30 Millionen auf 31,5 Millionen Barrel pro Tag beschlossen hatte.

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    Tags:
    IWF, Christine Lagarde, Saudi-Arabien