04:28 15 November 2019
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    Deutsche Bauern fordern Ende von Russland-Embargo: „Drittel des Einkommens verloren“

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    Wirtschaft
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    Vor Beginn der Internationalen Grünen Woche in Berlin, an der Russland in Anbetracht der Sanktionen voraussichtlich nicht teilnehmen wird, fordert der Deutsche Bauernverband (DBV) die Beendigung des Russland-Embargos, das als Hauptverursacher für den Einbruch der Agrarpreise in Deutschland gesehen wird, berichten deutsche Medien.

    Am Freitag kommender Woche startet eine der weltgrößten Agrarmesse — die „Grüne Woche“ in Berlin.

    „Wir gehen davon aus, dass sie nicht kommen“, antwortete ein Vertreter der Messe auf die Frage der dpa, ob nun Russland, das davor jedes Jahr traditionell an der Veranstaltung teilgenommen hatte und der größte ausländische Aussteller gewesen war, auch dieses Mal bei der Grünen Woche vertreten sein wird.

    Brot aus der Region Moskau in der Grüne Woche Berlin 2013
    Brot aus der Region Moskau in der Grüne Woche Berlin 2013

    Zur selben Zeit sagte der Bauernpräsident Joachim Rukwied in einem Gespräch gegenüber dem Nachrichtenmagazin Focus, dass ein Ende der Handelsbeschränkungen mit Russland fällig sei.

    „Die Landwirte dürfen nicht länger mit ihrem Einkommen die Lasten dieses politisch veranlassten Embargos tragen", betonte er.

    Durchschnittlich hätten die deutschen Bauern deswegen über ein Drittel Ihres Einkommens verloren.

    „Rund eine Milliarde Euro hat unsere Landwirte allein das Russland-Embargo gekostet. Die Preise für Milch, Schweinefleisch und Obst sind für die Landwirte im vergangenen Jahr stark gesunken", sagte der DBV-Präsident.

    Das Embargo sei somit einer der Hauptauslöser des Einbruchs der Agrarpreise und  nun seien politische Initiativen zur Beendigung der Handelsbegrenzungen und eine Entspannung notwendig. Zudem sollte die veränderte weltpolitische Lage eine neue Beurteilung des Embargos ermöglichen, fügte er hinzu.

    Die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen haben sich wegen der dramatischen Vorgänge in der Ukraine verschlechtert. Ende Juli 2014 verhängten USA und EU Sanktionen gegen ganze Wirtschaftszweige Russlands, darunter Rüstungsindustrie und Hochtechnologien.

    Kurz vor Neujahr hatten die EU und die USA die Verlängerung ihrer Sanktionen gegen Russland verkündet. Die EU-Restriktionen, die bis 31. Januar 2016 galten, wurden damit bis 31. Juli verlängert.

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