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    Volkswagen in Wolfsburg

    Diesel-Skandal in USA: VW muss Autos zurückkaufen

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    Abgas-Affäre bei Volkswagen (36)
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    Der „Diesel-Skandal“ in den USA hat für den Volkswagen-Konzern mit der Verpflichtung zur Beseitigung aller Defekte an den Fahrzeugen noch kein Ende. Die US-Behörden verlangen zudem, dass der deutsche Autobauer etwa 115 000 bereits verkaufte Autos zurückkauft, berichtet die Deutsche Welle.

    Zuvor hatte auch die „Süddeutsche Zeitung“ darüber berichtet. 

    Dabei geht es um etwa 20 Prozent aller auf dem US-Markt verkauften VW-Fahrzeuge mit einer defekten Software, die einen verringerten Kohlendioxid-Ausstoß vortäuschte. Für den deutschen Autoriesen bedeutet das nun, dass er den Verbrauchern den Preis für die Fahrzeuge offenbar vollständig ersetzen oder ihnen neue Autos mit großem Rabatt verkaufen muss.

    Zuvor hatte das US-Justizministerium VW bereits während den Ermittlungen zu dem im Herbst 2015 bekantt gewordenen „Abgas-Skandal“ Betrug vorgeworfen. Zudem droht dem Konzern eine Strafe in Höhe von 45 Milliarden Dollar. Experten halten diese Summe jedoch für unrealistisch.

    Der deutsche Autobauer will an seinem umfassenden Investitionsprogramm in Übersee dennoch festhalten – trotz des enormen Imageschadens und der Gefahr einer Milliardenklage.

    Neben den bereits geplanten Investitionen von mehr als einer Milliarde Dollar in eine VW-Fabrik in Chattanooga, US-Bundesstaat Tennessee, geht es voraussichtlich um zusätzliche 900 Millionen Dollar. Das teilte VW-Vorstandschef Matthias Müller vor der Eröffnung der Detroit Motor Show, am 10. Januar, mit.

    Diese Gelder seien für die Entwicklung eines neuen Geländefahrzeugs vorgesehen, dessen Produktion Ende dieses Jahres beginnen könnte. VW rechnet damit, mit diesem Projekts zusätzliche 2000 Arbeitsplätze in den USA zu schaffen.

    Darüber hinaus teilte Müller mit, dass das umstrittene Abgas-Problem dank der Entwicklung eines neuen Katalysators gelöst werden könnte. Solche Anlagen könnten ihm zufolge in 430.000 Autos eingebaut werden, die mit der ersten Generation des „problematischen“ Dieselmotors EA189 ausgestattet sind.

    Der Skandal, der für den Börsenwert der Wolfsburger Autobauer schlimme Folgen hatte, war ausgelöst worden, als in auf dem US-Markt verkauften VW-Wagen eine Software entdeckt worden war, die bei Abgastests geringere Werte zeigte. Diese Software wurde in insgesamt elf Millionen weltweit verkauften Autos installiert. Für den Rückruf der defekten Fahrzeuge rechnete VW mit Ausgaben in Höhe von 6,7 Milliarden Euro. Doch neuesten Erkenntnissen zufolge werden diese Summe am Ende offenbar noch größer sein.

    Bei internen Ermittlungen stellten die Wolfsburger Autofirma zudem fest, dass auch in Europa Autos mit defekter Abgas-Software verkauft worden waren.

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    Volkswagen AG, Deutschland, USA