02:49 20 November 2019
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    Gasgewinnung auf der Halbinsel Jamal

    NOVATEK: Verkauf von 9,9 % der Jamal-LNG-Aktien an Seidenstraßen-Fonds bald perfekt

    © RIA Novosti . Jurij Luschin
    Wirtschaft
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    Russlands zweitgrößer Gaskonzern NOVATEK macht den Verkauf von 9,9 Prozent der Anteile am Flüssiggasprojekt Jamal-LNG an den chinesischen Seidenstraßen-Fonds (SRF/Silk Road Fund) in den nächsten Wochen perfekt. Darauf wies NOVATEK-Chef Leonid Michelson am Dienstag bei einem Treffen mit Staatspräsident Wladimir Putin hin.

    Ein Vertrag über den Einstieg des SRF in das Gasprojekt war am 17. Dezember in Peking unterzeichnet worden. Nach Angaben von NOVATEK handele es sich um das letzte bindende Abkommen im Rahmen des Projekts. Der Deal werde nach entsprechenden Änderungen an einem russisch-chinesischen Regierungsabkommen unter Dach und Fach gebracht, hieß es. Michelson teilte ferner mit, dass der Vertrag derzeit in der Staatsduma ratifiziert wird.

    Nach der Übernahme des Pakets bleibt die Kontrollmehrheit von 50,1 Prozent im Besitz von NOVATEK. Die französische Total und der chinesische Energiekonzern CNPC halten jeweils 20 Prozent der Anteile.

    "Die Unterzeichnung bindender Dokumente über den Verkauf eines Anteils am Jamal-LNG-Projekt ist ein wichtiger Schritt zur Realisierung unserer langfristigen Entwicklungsstrategie", hatte Michelson zuvor gesagt. "Nach dem Deal werden wir die optimalste Aktionärsstruktur haben, die zur Finanzierung des Projekts und zu seiner erfolgreichen Verwirklichung beitragen wird", betonte der Topmanager.

    Michelson teilte ferner mit, dass der SRF das Gasverflüssigungsprojekt mit einem Kredit über 730 Millionen Euro unterstützen wird. Der Kredit werde für 15 Jahre gewährt. Seinerseits äußerte SRF-Präsident Wang Yanzhi Genugtuung über den Einstieg seines Unternehmens in dieses ambitionierte Projekt.

    Das Projekt Jamal-LNG hat zum Ziel, das Gasfeld Juschno-Tambejskoje auf der Halbinsel Jamal im Norden Westsibiriens zu erschließen und ein LNG-Werk mit einer Jahresleistung von 16,5 Millionen Tonnen vor Ort zu bauen. Geplant sind drei Verflüssigungsanlagen mit einer Leistung von je 5,5 Millionen Tonnen, die erste davon wird voraussichtlich 2017 in Betrieb gehen. Vorgesehen ist auch der Bau eines Seehafens in der Siedlung Sabetta auf Jamal sowie von eisgängigen Tankschiffen. 

    Das Projekt wird von Russlands größtem privatem Gaskonzern NOVATEK in Kooperation mit der französischen Total und der chinesischen CNPC realisiert. Total hatte 2011 für 425 Millionen US-Dollar 20 Prozent der Anteile an dem Projekt übernommen. Im September 2013 stieg auch der chinesische Energiegigant CNPC mit 20 Prozent der Anteile ein.

    Michelson zufolge hatten die Chinesen bislang fünf Milliarden und die Franzosen 3,7 Milliarden Dollar in das Vorhaben angelegt. „Bislang wurden in das Projekt insgesamt 15 Milliarden Dollar investiert, darunter 2,3 Milliarden Dollar aus dem russischen Wohlfahrtsfonds“, sagte der Topmanager.

     

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    Tags:
    Einstieg, Projekt Jamal-LNG, Leonid Michelson, Russland, China