19:17 02 April 2020
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    Der Gasexport aus den USA, der im Februar bzw. im März beginnen soll, kann für die USA zu unerwarteten Folgen führen und die Positionen Russlands auf dem europäischen Markt stärken, schreibt die Zeitschrift „Foreign Policy“.

    In den Jahren, die seit dem Eintritt der USA in den internationalen Gasmarkt vergangen sind, hat sich die Situation stark verändert. So sind unter anderem die Prognosen über rosige Zeiten der endlosen Nachfrage nach US-amerikanischem Gas in Asien verschwunden.

    Der Gaspreis ging nach dem Ölpreisrückgang ebenfalls deutlich zurück und deckt nicht mehr die Ausgaben für die Verflüssigung und Beförderung um die halbe Welt. Zudem ist die asiatische Gasnachfrage nicht so groß. Japan, das diese Energiequelle nach der Fukushima-Havarie brauchte, hat seine Probleme bereits gelöst. In China ist eine Verlangsamung des Wachstums zu erkennen. Zudem hat China viele Möglichkeiten zur Deckung des eigenen Gasbedarfs, darunter dank den neuen Verträgen mit Russland.

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    Ein weiterer Schlag für die US-Pläne in Asien war der Start von Gasprojekten in Australien. Der grüne Kontinent befindet sich in der Nähe der Vertriebsmärkte, während die US-Gasterminale im entfernten Golf von Mexiko liegen. 

    Unter diesen Bedingungen wird die einzige Alternative für US-Unternehmen Europa sein, doch auch dort ist nicht alles so einfach. Terminals zur Aufnahme von Flüssiggas gibt es nur in Westeuropa. In Osteuropa, das als wichtigster Verbraucher erscheint, sollen neue Gaspipelines in den Westen gebaut werden.

    „Der neue Gasstrom aus den USA kann ein paradoxes Ergebnis zeitigen und die Abhängigkeit Europas von Russland stärken statt sie zu verringern. Das relativ billige russische Gas ist so attraktiv, dass es bereits für die Spaltung Europas gesorgt hat. Deutschland will neue Pipelines bauen und rechnet mit russischem Gas aus kommerziellen Gründen – trotz der Forderungen Brüssels, alternative Lieferanten zu finden“, heißt es in dem Artikel.

    Falls Gazprom die Anpassung fortsetzt, die Preise senkt und das Geschäftsmodell in Europa ändert, kann es seine führenden Positionen für mehrere Jahrzehnte beibehalten. Brüssel habe seit mehreren Jahren versucht, gerade dies zu verhindern, so der Verfasser des Artikels.

    „Aus politischer Sicht braucht der Kreml eine solche Strategie, weil sie die Positionen Russlands als Energiepartner Europas aufrechterhält und den politischen Einfluss sichert“, so der Energieexperte James Henderson.

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    Tags:
    Gas, Asien, USA, Russland, China