04:52 11 Dezember 2019
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    Russlands Wirtschaft hält durch, wo andere schon zusammengebrochen wären - US-Magazin

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    Wirtschaft
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    Russland kommt offenbar mit Wirtschaftsproblemen zurecht, unter denen andere Schwellenländer zusammenbrechen würden, schreibt The Wall Street Journal.

    Es ist offensichtlich, dass Russland derzeit schwere Zeiten durchlebt: Die geopolitischen Risiken sind hoch, die Sensibilität der Wirtschaft bei Preisschwankungen auf den Erdöl- und Gasmärkten ist groß, die westlichen Sanktionen dauern an und die Wachstumsmöglichkeiten sind bislang noch schwach. Nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Russlands um 3,7 Prozent, 2016 wird ein Rückgang um ein weiteres Prozent erwartet. Jedoch konnte Russland die Kreditversorgung trotz der Sanktionen sichern, heißt es in dem Artikel.

    Die russische Zentralbank ergriff mehrere Maßnahmen, um die Situation in den Griff zu bekommen. Sie gab den Rubel-Wechselkurs frei und erhöhte die Zinssätze für Transaktionen. Im Dezember 2014 hob die russische Notenbank den Leitzins auf 17 Prozent an. Die Inflation im Dezember belief sich auf 12,9 Prozent. Die russische Zentralbank rechnet damit, dass bis 2017 die Inflation vier Prozent betragen wird.

    Der Öl-Preissturz und der damit verbundene Verfall des Rubel-Wechselkurses stellen die russische Zentralbank vor eine neue Herausforderung: Sie muss das zuvor geschaffene Vertrauen angesichts der Bekämpfung der Inflation aufrechterhalten. Bis dato geht die Zentralbank „an die Situation von der Position der relativen Stärke" heran, heißt es.

    Die Sorge um den Rubel ist geringer geworden, als beispielsweise um die türkische Lira, obwohl die Wirtschaft der Türkei wegen des billig werdenden Öls profitieren sollte. Im Gegensatz zur russischen Währung verlor die türkische Währung nicht zwölf, sondern 3,2 Prozent an Wert — dennoch handelt es sich um einen Rekordabsturz. Seit Mitte 2013 kämpft die Türkei vergeblich gegen das nachlassende Wirtschaftswachstum und die Abwertung der Lira.

    Die größten Gefahren für die türkische Wirtschaft gehen von den Behörden des Landes aus. Die türkische Zentralbank verzichtete auf das Versprechen, ihre Währungspolitik neu auszurichten Das ruft Bedenken hervor, ob sie in der Lage ist, die Inflation steuern zu können. Für Beunruhigung sorgt auch das Vorgehen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan — er plant Verfassungsänderungen, um seine Macht zu festigen.

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    Wirtschaft, Russlands Zentralbank, Russland