19:38 17 August 2017
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    US-Experten zu Ölpreisverfall: Rezession, Arbeitslosigkeit, Pleitewelle

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    Rettungsanker in der Ölkrise (90)
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    Die Welt steht am Rande einer neuen Rezession. Diesmal aufgrund fallender Ölpreise, schreibt der Wirtschaftsexperte des Oilprice.com, James Hamilton.

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    Die Weltwirtschaft rutsche in eine Rezession. Erkennbar sei dies an ganz gewöhnlichen Indikatoren: nachlassende Produktion, sinkende Kaufkraft, steigende Risikoprämien bei Unternehmensanleihen (sog. Kredit-Spreads), Zunahme bei materiellen Aktiva, negative Gewinn- Inflations- und Investitionsaussichten. Dennoch sei diese Rezession sehr ungewöhnlich – sie sei von fallenden Ölpreisen verursacht worden“, schreibt der US-amerikanische Branchenkenner.

    Warum wirken sich tiefe Ölpreise negativ auf den Markt aus? „Fallen die Ölpreise, fallen auch die US-Aktienkurse. Das heißt, die Marktakteure fassen die Niedrigpreise als eine schlechte Nachricht auf“, erklärt der Experte. 

    Der Schock auf den chinesischen Aktienmärkten, so Hamilton, verdeutliche diesen Zusammenhang: Die Lage in China könne den Ölpreis bei einer globalen Rezession weiter drücken. Für die erdölproduzierenden Regionen der USA sei dies ein Warnzeichen.

    Ein weiterer für die USA negativer Faktor sei die Arbeitslosigkeit, die unmittelbar mit der Ölpreisentwicklung zusammenhänge. Der Verlust des Arbeitsplatzes drohe dabei nicht nur den Angestellten im Ölsektor. Alle für diesen Sektor tätigen Dienstleister und Lieferanten seien davon betroffen.

    Von einer neuen Welle finanzieller Instabilität, die die ganze Welt bedrohe, warnte im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums in Davos William White, der seinerzeit bereits die Weltwirtschaftskrise 2008 vorhergesagt hatte. Wegen der flächendeckenden Zunahme privater und staatlicher Schulden werde, so White, eine Pleitewelle die Welt überrollen.

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