12:02 16 Dezember 2017
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    Iranische Gaspipeline

    Iran: Gas-Exporte nach Europa binnen zwei Jahren möglich

    © AFP 2017/ Atta Kenare
    Wirtschaft
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    Der Iran treibt seine Suche nach neuen Möglichkeiten, Gas zu fördern und zu exportieren, aktiv voran. Unter anderem will das Land seine LNG-Kapazitäten ausbauen, um schon in zwei Jahren Flüssiggas nach Europa zu liefern, schreibt das „Wall Street Journal“.

    Der Iran eröffne für sich eine Reihe von Möglichkeiten, um sich den Zugang zum internationalen Klub der Flüssiggasproduzenten zu sichern, zitiert das Wirtschaftsblatt den Vorstandsvorsitzenden des iranischen Gasexporteurs NIGEC, Alireza Kameli.

    Eine der Möglichkeiten sei es, die bereits begonnenen LNG-Projekte des Landes voranzutreiben. Vor der Verhängung der Sanktionen 2012 seien die Arbeiten an diesen Vorhaben zu 40 Prozent abgeschlossen gewesen. Bis zur endgültigen Fertigstellung würden momentan drei bis vier Jahre benötigt.

    Der Iran verhandle gerade mit europäischen Firmen, darunter mit dem global operierenden Flüssiggas-Tanker-Betreiber Golar LNG über den Weiterbau der Infrastruktur. Die Umsetzung eines solchen Projekts würde weniger als zwei Jahre beanspruchen, betonte Kameli.

    „Wenn die LNG-Anlagen fertiggestellt sind, werden Exporte nach Europa definitiv geprüft“ fügt der Konzernchef hinzu. NIGEC plant, in die Gas-Infrastruktur zu investieren, insbesondere in den Transport und die Weiterverarbeitung.

    Ebenfalls im Gespräch seien Gaslieferungen an die Nachbarstaaten des Irans – an Kuweit und die VAE. Diese Länder verfügten über keine wesentlichen Gasreserven, könnten aber über relativ kurze Pipelines beliefert werden. Ein denkbarer Absatzmarkt in der Region sei zudem Saudi-Arabien, ein ausgesprochener politischer Gegner Irans.

    Das Land beabsichtige vom Öl auf einen anderen Energieträger umzusteigen. Eine eigene Flüssiggas-Produktion sei für Saudi-Arabien bei den heutigen Preisen jedoch wenig lukrativ, schreibt das US-Magazin.

    „Saudi-Arabien ist ein großer potentieller Kunde. Eine andere Wahl als sich dem Iran anzunähern, haben sie nicht“, zeigt sich Kameli überzeugt. Früher hatte der Vorstandsvorsitzende erklärt, der Iran plane, rund 28 Millionen Kubikmeter Gas in den Oman zu liefern, wovon 25 bis 30 Prozent in den dortigen LNG-Anlagen für den Export weiterverarbeitet werden sollen. Die Möglichkeiten der Verlegung einer Pipeline über den Meeresgrund aus dem Iran in den Oman werde ebenfalls geprüft. Die Pipeline würde auf eine jährliche Kapazität von zehn Milliarden Kubikmeter Gas ausgelegt werden.

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    Tags:
    Sanktionen, Gas, Alireza Kameli, Oman, Iran
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