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14:59 14 Oktober 2019
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    Experte: Russland könnte Verluste bei Öl durch Rüstungsdeals kompensieren

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    Wirtschaft
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    Rettungsanker in der Ölkrise (90)
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    „The National Interest“-Korrespondent Nikolas Gvosdev, erklärt in einem Artikel, wie Russland die für seine Wirtschaft negative Zeit der Niedrig-Ölpreise überstehen könnte.

    Ihm zufolge verstärkt die Situation auf dem Ölmarkt zwar den Druck auf die russische Wirtschaft, doch die geopolitische Lage könnte der heimischen Rüstungsindustrie höhere Einnahmen bescheren. Zudem sei Öl nicht der einzige Rohstoff, bei deren Förderung Russland erfolgreich sei.

    Im vergangenen Jahrzehnt haben die Einnahmen aus dem Energieressourcenverkauf tatsächlich eine wichtige Rolle für Russland gespielt. Fall sich die Ölpreise, wie einige Experten prognostizieren, in den kommenden sieben Jahren auf dem Niveau von rund 40 US-Dollar stabilisieren sollten, muss Moskau seine Pläne zur Finanzierung zahlreicher Projekte revidieren.

    Der einzige Weg, die Verluste im Ölbereich auszugleichen, sei eine Ausweitung der Produktion, um den Gewinn mithilfe größerer Mengen zu erhöhen. Das Problem bestehe darin, dass Russland viele Konkurrenten auf dem Markt habe, darunter der Iran, gegen den vor kurzem die Sanktionen aufgehoben worden seien.

    Dem Experten zufolge schaden die niedrigen Ölpreise den russischen Energiefirmen an sich nicht. Doch sie müssen Investitionen anlocken und neue Projekte starten, um ihre Führungspositionen beizubehalten.

    „Die jetzige Übersättigung des Ölmarkts ermöglichte zum Teil die Senkung des Drucks auf neue Projekte, doch mit der Zeit müssen neue Vorkommen erschlossen werden, falls Russland seine Position als einer der führenden Produzenten von Energieressourcen beibehalten will“, so Gvosdev.

    Langfristig müssten die traditionellen Vorkommen in Sibirien durch neue Offshore-Vorkommen ersetzt werden, die schwer zugänglich seien und höhere Ausgaben erfordern würden. Der Westen könnte mit seinen Sanktionen den Zugang Russlands zu notwendigen Technologien sowie langfristigen Finanzierungen blockieren, so der Experte.

    „Doch obwohl die Einnahmen von den Energieressourcen die Schlüsselrolle bei der Wiederherstellung Russlands spielen, ist es kein klassischer Ölstaat, der nur einen Typ Rohstoff herstellt“, schreibt der Experte weiter.

    Ein anderer Teil des russischen Rohstoffsektors sei zwar ebenfalls von einem negativen Einfluss des sich verlangsamten Wirtschaftswachstums weltweit betroffen, insbesondere in China, doch der Status einer der größten Förderer von Gold und anderen Edelmetallen würde dem Kreml weiter ermöglichen, die Staatskasse zu füllen, auch wenn der Rubel weiter an Wert verlieren werde.

    Hoffnungen für die russische Wirtschaft hängen mit den aktuellen geopolitischen Realien zusammen, darunter die Aufhebung der Iran-Sanktionen. „Während die unvermeidliche Rückkehr Irans auf den Ölmarkt Probleme für den russischen Energiesektor bereiten kann, eröffnen neue Einnahmequellen Teherans neue Möglichkeiten für den russischen Rüstungssektor“, so der Experte.

    Solange der Stellvertreterkrieg zwischen dem Iran und Saudi-Arabien fortgesetzt werde und der Iran sein Atompotential wegen des Deals mit der Sechsergruppe nicht ausbauen könne, müsse Teheran in die eigene Aufrüstung sowie in die Unterstützung seiner Verbündeten in der Region investieren.

    „Andere Staaten der Region könnten ebenfalls Moskau um Militärtechnik bitten, weil die Instabilität in diesen Gebieten bestehen bleibt“, so Gvosdev.

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    Sanktionen, Rüstung, Öl, Nikolas Gvosdev, Saudi-Arabien, Iran, Russland