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    Raketentriebwerke vom Typ RD-180

    US-Raumfahrt bleibt abhängig von russischen Raketentriebwerken

    © AP Photo / Maxim Marmur
    Wirtschaft
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    Die Abhängigkeit der US-Raumfahrt von russischen Triebwerken für Trägerraketen kann trotz des von der amerikanischen Luftwaffenministerin Deborah Lee James vorgeschlagenen Modells zur Weiterentwicklung dieses Bereichs in naher Zukunft nicht überwunden werden.

    Dieses neue Modell könnte frühestens 2023 in Betrieb genommen werden, schreibt „The National Interest“-Korrespondent Dave Majumdar.

    „Die Lösung des Problems liegt laut James in einer staatlich-privaten Partnerschaft, die Bedingungen gewährleisten könnte, unter denen zwei konkurrierende Betreiber einen Raketenstart ermöglichen können. Um diese Idee umzusetzen, müsste der Kongress Finanzströme von der Entwicklung neuer Triebwerke in Richtung dieser Arbeit umleiten“, so Majumdar.

    Laut dem Artikelautor könne das neue System erst ab 2023 funktionieren, selbst wenn kommerzielle Betreiber schon bald eine Umverteilung der Mittel erreichen würden. „Bis dahin wird Washington von russischen Triebwerken abhängen“, schreibt der Journalist weiter.

    Der republikanische Senator John McCain hatte zuvor die Abhängigkeit der USA von russischen Triebwerken des Typs RD-180 kritisiert und forderte einen Verzicht auf deren Nutzung. Luftwaffenministerin Deborah Lee James widersprach daraufhin, dass die US-Raumfahrtbranche derzeit nicht völlig auf RD-180-Triebwerke verzichten könne. Das US-Militär benötige mindestens 18 russische Triebwerke. Zudem gab James zu, dass der US-Haushalt für 2016 die Möglichkeiten zur Weiterentwicklung eigener Raketentriebwerke beschränke.

    Der US-Kongress verabschiedete bereits 2014 den so genannten McCain-Amendement, der einen völligen Verzicht der USA auf russische RD-180-Triebwerke bis 2019 vorsieht.

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    Tags:
    Raumfahrt, Dave Majumdar, Deborah Lee James, John McCain, Russland, USA