21:40 16 Dezember 2017
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    Wall Street Journal: US-Hedgefonds beginnen neue Runde im Anti-Yuan-Krieg

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    Große US-amerikanische Hedgefonds stellen sich gegen die chinesische Währung, schreibt die US-Zeitung „The Wall Street Journal“.

    Der Gründer und Präsident des Fonds Hayman Capital, Kyle Bass, soll einen beträchtlichen Teil seiner Aktien und Schuldverschreibungen verkauft haben, um den Yuan und den Hongkong-Dollar leer zu verkaufen. Diese Strategie (bis zu 85 Prozent seines Portfolios setzt Hayman Capital auf die Entwertung der asiatischen Währungen) wird Erfolg haben, falls ihre Wechselkurse in den kommenden drei Jahren tatsächlich schrumpfen. Auf dem Spiel stehen Milliarden Dollar, darunter auch Fremdkapital. Bass geht davon aus, dass die chinesische Währung in dieser Zeit etwa 40 Prozent ihres Wertes verlieren wird.

    Aber nicht nur Bass setze gegen den Yuan, so „The Wall Street Journal“. An diesem Spiel beteiligen sich auch der frühere Verwalter des Hedgefonds Quantum von George Soros, Stanley Druckenmiller, der Gründer von Appaloosa Management, David Tepper, und der Besitzer von Greenlight Capital, David Einhorn.

    Soros selbst zeigte sich auf dem jüngsten Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos überzeugt, dass sich die chinesische Wirtschaft auf eine „harte Landung“ gefasst machen müsse, und prägte dadurch zusätzlich die Stimmung der Investoren, die nun auf den Einbruch des Yuan warten.

    „The Wall Street Journal“ zitierte außerdem Bass, dem zufolge der Umfang dieser Krise „viel größer als während der Hypothekarkrise“ von 2007 sein dürfte.

    Das löste eine massive Kapitalflucht aus der chinesischen Wirtschaft aus. Hedgefonds setzen darauf, dass die Behörden der Volksrepublik eine Abwertung der Nationalwährung zulassen, um die Flucht von Investitionen zu stoppen und ein neues Wirtschaftswachstum anzukurbeln.

    Das Spiel gegen den Yuan, anders als gegen eine Währung, deren Wechselkurs nur vom Markt bestimmt wird, ist allerdings ein riskantes Vorhaben, denn Peking verfügt über große Ressourcen, um Spekulanten die Stirn zu bieten. Die Regierung hat bereits in diesem Jahr eine dermaßen große Yuan-Menge an der Hongkonger Börse gekauft, dass die Gebühren für Übernacht-Kredite prompt auf 66 Prozent stiegen, so dass die Finanzierungsquellen der auf Leerverkäufe setzenden Investoren so gut wie abgeschnitten wurden.

    Die Experten von Hayman Capital haben das chinesische Bankensystem analysiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass der Umfang von verschobenen Krediten, die derzeit etwa zwei Prozent von der Gesamtmenge ausmachen, sehr intensiv wachsen könnte, so dass die chinesische Regierung Billionen Dollar für eine Rekapitalisierung von Banken ausgeben müsste, was zur Schwächung des Yuans führen würde.

    Ein ähnliches Szenario habe sich während der Hypothekarkrise in den USA beobachten lassen, so „The Wall Street Journal“. Damals verlor der US-Dollar an Wert, nachdem das Federal Reserve System (US-Notenbank) sich mit der Rettung von US-Banken befassen musste.

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    Tags:
    Yuan, Hayman Capital, Kyle Bass, China, USA
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