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12:04 21 August 2019
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    Fördermengen runter, Ölpreis rauf – auf Russland kommt es an

    © AP Photo / Eric Gay
    Wirtschaft
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    Rettungsanker in der Ölkrise (90)
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    Russlands Verhalten auf dem Weltmarkt wird zum bestimmenden Faktor, der den Preis für das Schwarze Gold nach oben treiben kann, schreibt Business Insider.

    Nach Ansicht der Chef-Analystin des Rohstoff-Departments bei RBC Capital Markets, Helima Croft, könnte eine koordinierte Fördermengenreduzierung den Ölpreis stützen. Hierbei seien Saudi-Arabien als führendes OPEC-Mitglied und weitere nicht zur Organisation gehörende erdölproduzierende Länder — konkret Russland – gefragt.

    Den Boden für die Verhandlungen zwischen Moskau und Riad über eine Förderquotenreduktion hätten die zahlreichen Treffen des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit dem faktischen Oberhaupt Saudi-Arabiens, dem Kronprinzen und Verteidigungsminister des Königreichs, Mohammed bin Salman, bereitet. Im Zuge dieser Gespräche seien Vereinbarungen über Investitionen in die russische Wirtschaft in Milliardenhöhe unterzeichnet worden. Zudem sei Saudi-Arabien am Erwerb russischer Waffen interessiert, was die Bereitschaft der beiden Ölmarktführer zur Kooperation in diversen Bereichen betone.

    „Wir sind der Annahme, dass wesentliche Gesprächskanäle für die Koordinierung gemeinsamer Maßnahmen genutzt werden“, zitiert das US-Wirtschaftsblatt die Analysten von RBC Capital Markets.

    Nachdem der russische Energieminister Alexander Nowak mögliche Verhandlungen über die Reduktion der Ölfördermengen um fünf Prozent je produzierendes Land auf dem für Februar geplanten Treffen zwischen der OPEC und den Nicht-Mitgliedern angekündigt hatte, legten die Ölpreise einen achtprozentigen Hochsprung hin. Später dementierte die OPEC die Gerüchte über ein etwaiges Angebot Saudi-Arabiens an Russland.

    „Konsultationen mit der OPEC finden ununterbrochen statt. Theoretisch ist alles möglich. Möglich war es auch vor einem Jahr, vor einem Monat. Nichts Neues ist eingetreten“, kommentierte Rosneft-Sprecher Michail Leontjew die Situation in einem Interview mit der Financial Times.

    Mehr zum Thema: Politico: Die Folgen der niedrigen Ölpreise

    „Jedenfalls gibt es keine Garantie dafür, dass Moskau und Riad unbedingt in nächster Zeit gemeinsam damit beginnen, die Förderung zurückzufahren, berücksichtigt man, dass die Beziehungen zwischen Russland und der OPEC nicht immer reibungslos verliefen. Dennoch deutet alles darauf hin, dass Russland ein Big Player ist, dem gerade die ganze Aufmerksamkeit gilt“, resümiert Business Insider.

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    Öl, OPEC, Michail Leontjew, Alexander Nowak, Wladimir Putin, Helima Croft, Saudi-Arabien, Russland