08:00 08 April 2020
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    Der russische Gasmonopolist Gazprom hat die Gasgewinnung im vergangenen Jahr auf ein Rekordtief von 418,5 Milliarden Kubikmeter gesenkt, nach 443,9 Milliarden Kubikmeter 2014. Das teilte Gazprom-Vorstandsmitglied Wsewolod Tscherepanow am Montag in New York bei einem Treffen mit Investoren mit.

    Den Trend führte der Manager unter anderem auf den gesunkenen Verbrauch von Erdgas in der Industrie und auf einen verhältnismäßig warmen Winter zurück. „Für 2016 peilt Gazprom eine leichte Steigerung im Vergleich zu 2015 an“, sagte Tscherepanow. Zudem plane der Konzern, mehr Gaskondensat zu fördern, und will dessen Gewinnung in den nächsten Jahren um 25 Prozent aufstocken. Die absolute Zahl nannte er aber nicht.

    Gazprom-Logo
    © REUTERS / Sergei Karpukhin

    Gazprom-Chef Alexej Miller zufolge nahmen die Gaslieferungen an europäische Länder und die Türkei im vergangenen Januar gegenüber dem Vorjahresmonat um 36,1 Prozent auf 15,1 Milliarden Kubikmeter zu. „Die Gasausfuhren nach Deutschland stiegen um 50,9 Prozent, die nach Großbritannien um 185,7 Prozent, die nach Italien um 16,1 Prozent und die nach Polen um 67,2 Prozent.“ Den Anstieg führte Miller vor allem darauf zurück, dass Gazprom die Gaslieferungen im Januar 2015 drastisch zurückgefahren hatte, damit europäische Länder kein Gas im Reversverfahren in die Ukraine pumpen könnten.

    2015 hatte Gazprom 159,4 Milliarden Kubikmeter Gas über die Grenzen der Ex-Sowjetunion ausgeführt, acht Prozent mehr als 2014. Deutschlands Importe wuchsen um 17,1 Prozent auf ein Rekordhoch von 45,3 Milliarden Kubikmeter. Italien verzeichnete ein Plus von 12,6 Prozent, Frankreich ein Plus von 36,8 Prozent, Großbritannien ein Plus von 10,2 Prozent und Österreich ein Plus von 11,5 Prozent.

    Im laufenden Jahr will Gazprom 162,6 Milliarden Kubikmeter Gas nach Europa und in die Türkei pumpen. Für 2017 peilt das Unternehmen Gasausfuhren in Höhe von 166,7 Milliarden Kubikmeter und für 2018 in Höhe von 166,3 Kubikmeter an.

    Bis 2030 will Gazprom jährich im Durchschnitt bis zu 16 Milliarden US-Dollar in seine Projekte anlegen. Etwa die Hälfte aller Investitionen ist für den Bau der Gaspipeline Sibiriens Kraft von der Teilrepublik Jakutien nach Chabarowsk in der Region Primorje sowie für die Erschließung riesiger Gasfelder auf der arktischen Halbinsel Jamal bestimmt.

     

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    Tags:
    Förderrückgang, Gazprom, Alexej Miller, Russland, New York