23:03 05 Dezember 2019
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    Der österreichische Wirtschaftsminister und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner in Moskau

    Österreichs Vizekanzler in Moskau – Sanktionen haben Nachteile für alle

    © Sputnik / Mikhail Voskresenskiy
    Wirtschaft
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    Der österreichische Wirtschaftsminister und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner weilt in Moskau, um die wegen der EU-Sanktionen bedrohten Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern zu besprechen.

    Wie der stellvertretende Regierungschef im Vorfeld seines Moskau-Besuchs mitteilte, könnten rund 40.000 Österreicher ihre Arbeitsplätze verlieren, falls die Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden Ländern nicht wiederbelebt werden – er habe eine „sehr kritische Meinung“ zu den Sanktionen, betonte er. Rund 1.200 österreichische Unternehmen seien in Russland tätig, über 500 hätten dort ihre Niederlassungen.

    Im Rahmen der Tagung der österreichisch-russischen Kommission für Handel und wirtschaftliche Zusammenarbeit habe Mitterlehner nun eine Ausweitung der russisch-österreichischen „Modernisierungspartnerschaft“ vereinbart, die zurzeit 26 Vorhaben mit einem Investitionsvolumen von vier Milliarden Euro umfasse, berichtet ORF.

    Während des Treffens mit dem österreichischen Wirtschaftsminister bezeichnete Russlands Vizepremier Dmitri Kosak die Sanktionen der EU als eine „Sackgasse“ – die europäische Wirtschaft habe in diesem Zusammenhang rund 50 Milliarden Verluste zu verzeichnen.

    „Die Geschäftswelt ist der Sanktionen und Gegensanktionen müde“, bestätigte auch Mitterlehner. Denn die Sanktionen hätten bisher zu keinen politischen Fortschritten geführt. „Sie haben aber auf beiden Seiten wirtschaftliche Nachteile gebracht“, fügte er hinzu.

    Raiffeisen-Chef Walter Rothensteiner, der den österreichischen Vizekanzler in einer Wirtschaftsdelegation begleitet, ergänzte: „Die Sanktionen gehören möglichst rasch aufgehoben. Sie sind wirtschaftlich schädlich für Österreich und für die Russen sowieso. Landwirtschaft und Industrie leiden“, zitiert ihn der „Kurier“.

    Die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen hatten sich wegen der Ukraine-Krise verschlechtert. Die EU und die USA gingen von Einzelsanktionen gegen Privatpersonen und Unternehmen zu Strafmaßnahmen gegen ganze Sektoren der russischen Wirtschaft über. Im Gegenzug erließ Russland ein Einfuhrverbot für Lebensmittel aus den Ländern, die Sanktionen gegen Russland verhängt hatten – die USA, die EU-Länder, Kanada, Australien und Norwegen.

     

     

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    Tags:
    Wirtschaftsbeziehungen, Wirtschaft, Sanktionen, Dmitri Kosak, Reinhold Mitterlehner, Russland, Österreich