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    Russisch-ukrainischer Gasstreit (231)
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    Der russische Gaskonzern Gazprom rechnet damit, die Ukraine noch mindestens drei Jahre lang mit Gas zu versorgen, wie die Agentur Bloomberg unter Berufung auf den im Dezember 2015 verabschiedeten internen Unternehmenshaushalt mitteilt.

    Gazprom wolle bis 2018 jährlich zwischen 8,8 und 14,1 Milliarden Kubikmeter Gas an die Ukraine liefern, so Bloomberg.      

    Das Budget beinhalte mehrere Exportszenarien, so der Bloomberg-Bericht. Eines davon gebe den europäischen Durchschnittspreis für Gas um 15 Prozent niedriger als der im Vertrag mit dem ukrainischen Gasversorger Naftogaz angenommene Preis an. Weder Gazprom noch Naftogaz hätten dies bislang kommentiert, so die Agentur.

    „Die Ukraine hat einen weiten Weg zur Minderung ihrer Abhängigkeit vom Import russischen Gases zurückgelegt. Dennoch hängt sie noch immer von Russland ab“, zitiert die Agentur den Experten für Energiesicherheit des Zentrums für strategische Studien in Den Haag, Sijbren de Jong.   

    Im November 2015 hatte Kiew die völlige Einstellung der russischen Gaslieferungen angekündigt. Premier Arsenij Jazenjuk hatte diese Entscheidung mit dem zu hohen Gaspreis begründet. Im Januar 2016 zählte Präsident Petro Poroschenko „die erreichte Energieunabhängigkeit von Russland“ zu den großen Errungenschaften Kiews.  

    Obwohl die Gasverkäufe Gazproms an die Ukraine in den vergangenen zehn Jahren um rund 90 Prozent zurückgegangen seien, hätten sich die Einnahmen des Konzerns aus dem Gasexport an die Ukraine im vorigen Jahr immer noch auf 1,7 Milliarden US-Dollar belaufen, so die Agentur.

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    Tags:
    Export, Gaslieferung, Naftogaz, Gazprom, Bloomberg, Sijbren de Jong, Arsenij Jazenjuk, Petro Poroschenko, Russland, Ukraine