20:27 25 Februar 2020
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    Der US-Physiker Kip Thorne, Chef des Observatoriums LIGO (Laser Interferometric Gravitational Observatory), hat den Beitrag russischer Forscher zum Nachweis von Gravitationswellen, die Albert Einstein vor knapp 100 Jahren vorhergesagt hatte, als unschätzbar wertvoll bezeichnet.

    „Einen wichtigen Beitrag zum Forschungsprozess haben die Wissenschaftler aus dem Team von Wladimir Braginskij von der Moskauer Staatlichen Universität geleistet“, sagte Thorne in einem RT-Interview. 

    „Ich habe mit Braginskij und seinem Team seit Anfang der 1970-er Jahre zusammengearbeitet; seine Gruppe hat das Grundkonzept der Nutzung der Riesenspiegel bei dem Experiment entwickelt. Diese Forschungsarbeiten sind unschätzbar wertvoll und ein wichtiger Teil unserer Entdeckung“, so Thorne, der auch der wissenschaftliche Berater für den Film „Interstellar“ war. 

    Thorne ist für seine Erforschung von Schwarzen Löchern und Wurmlöchern bekannt. 1986 hatte er eine Lösung für Wurmlöcher – eine Art Tunnel zwischen jeweils zwei voneinander entfernten Punkten der Raumzeit – vorgeschlagen. Solche Bereiche können sowohl in ein und demselben Universum liegen als auch Punkte in verschiedenen Universen miteinander verbinden (nach dem Multiversum-Konzept) und sind in gangbare und ungangbare Verbindungen aufgeteilt.

    Nach jahrzehntelanger Suche haben die Astrophysiker aus dem Ligo-Observatorium im September 2015 erstmals Gravitationswellen direkt beobachtet und damit die Vorhersage von Albert Einstein bestätigt. Laut der Relativitätstheorie sollen massive kosmische Objekte wie schwarze Löcher oder Neutronensterne, die schnell umeinander kreisen, Gravitationswellen aussenden, die durchs All verlaufen. Am 11. Februar dieses Jahres wurde die Entdeckung offiziell präsentiert. Die Wissenschaftler fingen die Signatur zweier verschmelzender Schwarzer Löcher auf. Der Nachweis bedeutet eine neue Ära in der Astronomie, betonten die Forscher.

    Den Analysen zufolge hatten die beiden beobachteten Schwarzen Löcher 29 beziehungsweise 36 Mal so viel Masse wie unsere Sonne. Das aus ihrer Verschmelzung hervorgegangene Schwarze Loch besitzt jedoch nur 62 Sonnenmassen. Das Ereignis soll vor 1,3 Milliarden Jahren passiert sein.

     

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    Tags:
    Gravitationswellen, LIGO, Kip Thorne, USA, Russland