21:24 27 Februar 2020
SNA Radio
    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    Rettungsanker in der Ölkrise (90)
    3831
    Abonnieren

    Die Pendeldiplomatie hat einmal schon geholfen, die Ölpreise von zehn auf ganze 140 Dollar pro Barrel hochzuschrauben. Die Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg vermutet, dass Moskau und Riad einen neuen „großen Deal“ zur Preiserhöhung für das „flüssige Öl“ abgewickelt haben.

    Seit mehr als einem Jahr hatten sich die „Öl-Diplomaten“ um ein Abkommen zwischen der OPEC und den am Kartell nicht beteiligten Ländern bemüht, um die Ölpreise zu stabilisieren.

    Zunächst soll sich daran Algerien und dann Katar beteiligt haben. Jetzt haben sich Russland und Saudi-Arabien laut Bloomberg endlich darauf geeinigt, die Ölförderung auf dem Niveau von Januar 2016 „einzufrieren“. Bei dem ersten seit acht Monaten Treffen der Energieminister beider Länder sei dem Kampf um die Anteile am Ölmarkt ein Ende gesetzt worden.

    „Die Entstehung der Pendeldiplomatie zeigt, wie die Ölkrise beide Länder in Bezug auf eine ganze Reihe anderer Fragen vereinigt“, so Bloomberg. „Von Moskau und Riad bis Caracas und Oslo – der Einnahmenrückgang ist überall spürbar, und das erhöht die Wahrscheinlichkeit eines ‚großen Deals‘, der über die Ölfragen hinausgeht und politische Fragen wie die Kriege in Syrien und im Jemen betrifft.“

    Die Aufmerksamkeit wird jetzt auf den Iran übertragen, der unlängst von den US-Sanktionen befreit wurde und sich auf die Rückkehr auf den Weltmarkt gefasst macht. Vieles hängt davon ab, ob Teheran dem Beispiel der OPEC-Länder und Russlands folgt und seine Ölförderung einschränkt oder nicht.

    Bloomberg verwies darauf, dass dem Kartell ein solcher Trick bereits gelungen sei, und zwar 1999, als sich die OPEC-Länder vereinigten und den Abwärtstrend auf dem globalen Ölmarkt abwenden konnten, so dass die Preise von zehn auf 140 Dollar gestiegen seien. Damals soll es zahlreiche geheime Verhandlungen von Miami bis Den Haag gegeben haben.

    „Falls dem Kartell der damalige Erfolg wieder gelingt, wird die Welt davon bis zur letzten Minute nichts wissen. (…) Und falls Venezuela, Saudi-Arabien, der Iran, Russland und andere führende Exporteure in diese große Debatte involviert waren, dann sagt uns die Geschichte, dass das alles streng vertraulich verlief“, zitierte Bloomberg den Direktor des Center on Global Energy Policy an der Columbia University, Jason Bordoff.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren
    Themen:
    Rettungsanker in der Ölkrise (90)

    Zum Thema:

    Öl-Fördermengen einfrieren? – Experte: „Alle haben die Schmerzgrenze erreicht“
    Russland: Begrenzung der Fördermengen muss für alle Ölproduzenten gelten
    Öl: Russland und Opec-Länder einigen sich auf Einfrieren der Förderquote
    Bloomberg: Tiefpunkt überwunden? Immer mehr Unternehmen investieren in Öl
    Tags:
    Öl, Bloomberg, OPEC