01:36 30 September 2020
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    Die US-Regierung hat mehrere US-Großbanken gebeten, sich an potenziell lukrativen, aber politisch riskanten Transaktionsgeschäften mit russischen Bankanleihen nicht zu beteiligen, da dies der Sanktionspolitik gegen Russland zuwiderlaufen kann, berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf Insiderquellen.

    Die vorliegende Bitte verbietet den Banken zwar nicht, bei russischen Anleiheemission mitzubieten, doch Vertreter des US-Außenministeriums meinen, dass eine solche Hilfe für Russland nicht mit der US-Außenpolitik vereinbar sei, so WSJ.

    Die Beziehungen zwischen Russland und einigen westlichen Ländern sowie den USA hatten sich 2014 angesichts der Ukraine-Krise verschlechtert. Nach der Wiedervereinigung der Krim mit Russland verhängten die USA und EU-Mitgliedsstaaten Sanktionen gegen Russland, darunter im Bereich Wirtschaft und Finanzen. Als Antwort verbot Russland die Einfuhr von Lebensmittelprodukten aus diesen Ländern. Außerdem beschränkten oder verboten die russischen Behörden staatliche Ankäufe bei  ausländischen Lieferanten in mehreren Branchen, wenn russische Firmen ähnliche Angebote vorweisen können.
     
    Der russische Staatshaushalt sieht für 2016 die Möglichkeit der ausländischer Kredite bis zu einer Summe von drei Milliarden US-Dollar vor. Das letzte Mal  hatte Russland auf den ausländischen Kapitalmärkten im September 2013 vier Tranchen Eurobonds im Gesamtwert von sieben Milliarden US-Dollar ausgeschüttet.
     
    Das russische Finanzministerium legte 25 ausländischen und drei russischen Banken Angebote zur Verteilung der russischen Eurobonds in diesem Jahr vor.  Eingeladen wurden hierzu europäische und chinesische Banken, darunter mehrere US-Finanzorganisationen, wie der Bank of America, Citigroup, Goldman, JPMorgan und Morgan Stanley. Einige Vertreter der Citigroup sagten, dass sie an der Versteigerung nicht teilnehmen werden. Goldman und JPMorgan wollten die Varianten noch prüfen.
     
    „Es ist sehr wichtig, dass private Firmen in den USA, der EU und in der ganzen Welt verstehen, dass Russland ein Markt mit einem hohen Risiko bleibt, so lange es weiter die Ukraine destabilisiert“, zitiert das Wall Street Journal das US-Außenministerium. Es warnte zudem vor „Reputationsrisiken“ im Falle der Rückkehr zu einem „Business as usual“ mit Russland.

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    Tags:
    Staatsanleihe, Banken, Wall Street Journal, USA, Russland