02:58 20 Oktober 2020
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    Rettungsanker in der Ölkrise (90)
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    Einige Schieferöl-Produzenten in den USA drosseln zum ersten Mal seit vielen Jahren ihre Öl- und Gas-Förderung. Dies geschieht vor dem Hintergrund eines Überangebotes auf dem Markt, das eine Preissenkung hervorruft, berichtet The Wall Street Journal.

    Nachdem die Schieferöl-Produzenten Continental Resources Inc., Devon Energy Corp. und Marathon Oil Corp. über viele Jahre hinweg ihre Ölförderung hochgefahren hatten, gaben sie nun ihre Pläne zur Drosselung der Förderung 2016 in Oklahoma, Texas und North Dakota um zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr bekannt.

    Das Unternehmen EOG Resources Inc. schloss sich dieser Initiative an und fährt die Produktion um fünf Prozent zurück.

    Der Zeitung zufolge unterscheidet sich das Vorgehen der Unternehmen sehr deutlich von der Situation im Vorjahr, als sie ihre Förderung selbst nach einer Preissenkung von fast 100 Dollar pro Barrel auf 30 Dollar nicht einschränkten. Im laufenden Jahr haben die Unternehmen die Entscheidung getroffen, die wegen des Überangebotes auf dem Markt und der Preissenkung gestiegenen Ausgaben zu kürzen, woraus dann die Entscheidung zur Drosselung der Förderung resultierte.

    Zum einen wollen die Unternehmen die Arbeiten an den bereits aktiven Bohrlöchern vorübergehend einstellen. Dabei plant Continental Resources Inc. immer noch, neue Bohrungen vorzunehmen, die Ölförderung dort aber erst einmal nicht aufzunehmen. Diese Tendenz wird der Zeitung zufolge zu der Entstehung vieler Öl- und Gas-Bohrlöcher führen, die im Fall einer Preiserhöhung betriebsbereit sein werden.

    Nach Prognosen des EPC-Unternehmens IHS könnte die Ölförderung in den USA, so The Wall Street Journal, von mehr als neun Millionen Barrel pro Tag auf nur noch 8,3 Millionen Barrel am Tag zum Sommer des laufenden Jahres zurückgefahren werden. Wenn diese Drosselung tatsächlich zustande kommt, kann dies zur Erhöhung der Preise auf 40 Dollar pro Barrel führen. Dabei bestehe jedoch das Risiko, dass die Ölförderer bei einer möglichen Preiserhöhung der Versuchung nachgeben könnten, die Förderung wieder hochzufahren. Das würde dann erneut in einer Preissenkung resultieren, so wie es im Frühjahr des vergangenen Jahres der Fall gewesen war.

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    Schieferöl, Ölförderung, USA