21:59 04 August 2020
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    Japan hat erstmals zehnjährige Staatsanleihen mit negativer Rendite ausgegeben. Das bedeutet, dass der Inhaber dieser Japan-Bonds für das Recht, ein solches Wertpapier zu besitzen, dem Staat praktisch einen Aufschlag bieten muss.

    Am Dienstag verkaufte das japanische Finanzministerium bei einer Auktion ein Paket von Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit zum Preis von 101,25 Yen je Wertpapier, wie The Wall Street Journal schreibt. Die Rendite dieser Anleihe beträgt —0,024 Prozent.

    Es handelt sich um die ersten Schuldverschreibungen mit negativer Rendite, die die japanischen Behörden seit dem 9. Februar anbieten. Damals waren die Zinsen der Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit, die für eine beliebige Regierung ein Vergleichs- und Referenzwert für den Zustand der Staatsschulden sind, erstmals in den negativen Bereich geraten.

    Bei der Auktion siegte der Zinssatz —0,024 Prozent, wobei die Wertpapiere mit einer Rendite von jeweils —0,072 Prozent gehandelt werden. Kauft ein Investor zehnjährige Staatsanleihen für 10.000 US-Dollar, so muss er demnach jedes Jahr 7,2 Dollar für die Deponierung seiner Wertpapiere draufzahlen.

    Der Absturz der Rendite für Japan-Bonds erfolgte, nachdem Ende Januar ein negativer Zinssatz eingeführt worden war. Damit versucht die Bank Japans die Stagnation und Deflation zu bekämpfen, wobei sie eine eigene Politik der „quantitativen Milderung“ betreibt: Die Behörden werden den Investoren Staatsanleihen abkaufen oder Zinsen für das Halten der Wertpapiere von ihnen nehmen.

    Die auf diese Weise erhaltenen Gelder sollen in die Wirtschaft reinvestiert werden, wobei sie die Inflation anregen (die 2015 in Japan lediglich 0,2 Prozent betrug).

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    Tags:
    Wirtschaft, Yen, Japan