08:02 22 September 2020
SNA Radio
    Wirtschaft

    Sputnik.Ratings: Wie viel kostet Benzin in Europa?

    Zum Kurzlink
    33368
    Abonnieren
    Sputnik.Ratings: Wie viel kostet Benzin in Europa?
    © Sputnik /

    Sputnik.Rating hat ein Ranking veröffentlicht, in dem die Benzinpreise in den europäischen Ländern verglichen werden. Nach dem Stand von Anfang dieses Jahres hatten die Niederlande, Italien und Norwegen die höchsten Benzinpreise – während die Länder der Eurasischen Wirtschaftsunion* die niedrigsten hatten. Deutschland liegt auf Platz 21.

    Das Jahr 2015 war für die europäischen Autofahrer günstig. Der niedrige Ölpreis hat auch die Benzinpreise in den meisten Ländern beeinflusst. Mit dem Absturz des Ölpreises ist auch Benzin in den meisten europäischen Ländern billiger geworden – der Gaspreis fiel um drei Prozent innerhalb eines Jahres, in manchen Ländern sogar um bis zu zehn Prozent.

    Prag
    © Sputnik / Alexei Danichev
    Der Preissturz in Europa war auf den Rückgang des Ölpreises zurückzuführen, obwohl der Benzinpreis langsamer als der Preis von Rohöl fiel. Öl der Sorte Brent war 2015 faktisch halb so teuer wie im Jahr 2014.

    Im Gegensatz zu den meisten europäischen Ländern entwickelten sich die Preise für Benzin und Öl in Russland in die gegenläufige Richtung. Der Benzinpreis stieg um fast fünf Prozent — ein Fakt, der sich allerdings nicht auf die Platzierung im Ranking auswirkt, sodass Russland auf Platz zwei des Rankings bleibt. Deutschland liegt auf Platz 21 und konnte sich somit im Vergleich zum Vorjahr um einen Platz verbessern. 

    Mehr zum Thema: Rettungsanker in der Ölkrise

    2016 führt Kasachstan das Ranking mit einem Preis von Benzin 95 ROZ zu 0, 34 Euro pro Liter an. Auch Weißrussland stieg in die Top drei mit dem billigsten Benzin auf – dort kostet der Liter 0,53 Euro. In den Ländern der Eurasischen Wirtschaftsunion gibt es das billigste Diesel — die Ukraine und Polen fallen weit dahinter zurück.

    Am teuersten ist Benzin zu Beginn dieses Jahres in den Niederlanden. Trotz der großen Raffinerieindustrie dort kostet ein Liter Benzin 95 ROZ 1,43 Euro. Zu den drei Ländern mit dem teuersten Benzin gehört Italien mit einem Durchschnittspreis von 1,4 Euro pro Liter und Norwegen, einer der größten Erdölproduzenten Europas.

    Der Grund für die hohen Preise in den meisten Ländern sind die hohen Steuern, die einen Großteil des Verkaufspreises ausmachen. Die Ukraine war das Land mit dem größten Wachstum bei den Benzinpreisen: Benzin 95 ROZ verteuerte sich um 15 Prozent in der Nationalwährung Griwna, da das Land mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen hat und die Nationalwährung stark abgewertet wurde. In Schweden gab es auch einen deutlichen Anstieg der Gaspreise. In allen anderen europäischen Ländern verzeichneten die Gaspreise einen Rückgang, Spitzenreiter ist Polen mit 12,6 Prozent. Deutschland verzeichnete einen Rückgang von 4,4 Prozent.

    Eine weitere Möglichkeit zum Gaspreisvergleich ist die Erschwinglichkeit. Dabei handelt es sich um die Kraftstoffmenge, die sich ein Bewohner eines Landes mit einem Durchschnittsgehalt nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen leisten kann. Ab 2016 überstieg Luxemburg das Ranking mit rund 3.000 Liter Benzin pro Monat, gefolgt von Norwegen mit etwa 2.800 Litern und Österreich (2183). Die Ukrainer konnten sich nur 147 Liter Superbenzin pro Monat leisten, noch vor den Bulgaren und Rumänen. Der Durchschnittsdeutsche kann sich dem Ranking zufolge etwa 1869 Liter Benzin leisten und liegt damit direkt hinter Belgien mit 1874 Litern pro Einwohner.

    Sputnik (sputniknews.com) ist eine Nachrichtenagentur und Rundfunkanstalt mit multimedialen Nachrichtenhubs in Dutzenden Ländern. Sputnik informiert via Webseiten, analogen und digitalen Radiosendungen, Handy-Apps und Sozialen Netzwerken.

    Das Ranking wurde von RIA Rating-Experten anhand europäischer Statistiken ab Mitte Januar 2016 (Stand Ende Dezember 2015 für Kasachstan und Norwegen) für Benzin 95 ROZ (95 ROZ oder höher für Russland) zusammengestellt. Die Landeswährungen wurden in Euro mit dem Wechselkurs der europäischen Zentralbank für den 21. Januar 2016 umgerechnet.

    * Teilnehmerstaaten der Zollunion: Kasachstan; Russland; Weißrussland; Armenien und Kirgisien

    Zum Thema:

    Tomsker Hotel macht Ergebnisse der Untersuchung von Nawalnys Zimmer publik
    „Die Weltpolitik braucht EU und Außenminister Maas nicht mehr“ – Kritik von AfD
    Debatte um Nord Stream 2: Manuela Schwesig und Dietmar Bartsch wettern gegen die Grünen – Video
    Tags:
    Benzin, Öl, Europa
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Mehr Infografiken

    • Kellnerin bei der Arbeit, Schwerin
      Letztes Update: 19:40 21.09.2020
      19:40 21.09.2020

      Wo Frauen in Ostdeutschland mehr verdienen als Männer

      Von

      Wie neueste Zahlen von Wissenschaft und Bundesregierung aussagen, verdienen Frauen in manchen ostdeutschen Regionen „mehr als Männer“. Trotz dieser Entwicklung verbleibt weiterhin ein großer Einkommensunterschied zwischen beiden Geschlechtern. Eine Studie kritisiert zudem die bundesweit zu geringe Anzahl weiblicher Führungskräfte.

    • Corona-Pandemie in Thailand
      Letztes Update: 17:06 21.09.2020
      17:06 21.09.2020

      Sieben Billonen Dollar: Die OECD hat eine Zahl für die jetzige Krise

      Von

      Die Pandemie kommt die Welt teuer zu stehen. Die plötzliche Lähmung der Weltwirtschaft im zweiten Jahresquartal 2020 bringt laut OECD einen Schaden mit sich, der weit bis ins nächste Jahr greift und auf sieben Billionen Dollar zu beziffern ist.

    • Airbus A380 der Lufthansa (Archivbild)
      Letztes Update: 15:24 21.09.2020
      15:24 21.09.2020

      Lufthansa will härter sparen – A380-Flieger werden eingemottet

      Die Lufthansa muss in der Corona-Krise noch stärker schrumpfen als bislang geplant. Mindestens 150 Flugzeuge der einstmals 760 Jets umfassenden Konzernflotte werden dauerhaft nicht mehr abheben.

    • Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (Archivfoto)
      Letztes Update: 11:52 20.09.2020
      11:52 20.09.2020

      Pleitewelle abwenden: Lambrecht will Firmensanierung ohne Insolvenzverfahren erleichtern

      Unternehmen in finanziellen Schwierigkeiten sollen weitere Möglichkeiten zur Sanierung außerhalb eines Insolvenzverfahrens erhalten. Das sieht ein Referentenentwurf von Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) zur Fortentwicklung des Sanierungs- und Insolvenzrechts vor. Davon sollen Unternehmen profitieren, die unter Corona-Folgen leiden.