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13:01 20 Oktober 2019
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    US-Bank-Chef: China zielt auf globale Finanzexpansion

    © REUTERS / Jason Lee
    Wirtschaft
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    Chinesische Wirtschaftsunternehmen werden laut dem JP-Morgan-Chef Jamie Dimon in den kommenden Jahrzehnten ihre Präsenz weltweit wesentlich verstärken. Bis zu 30 Prozent der weltweit agierenden Unternehmen könnten bald aus China stammen, sagte Dimon in einem Interview gegenüber der Agentur Bloomberg.

    Jamie Dimon, Chef von JP Morgan, ging dabei unter anderem auf eine mögliche Verschärfung der Konkurrenz zwischen Banken und FinTech-Unternehmen ein. 

    „In den kommenden 20 bis 30 Jahren werden wohl bis zu 30 Prozent der weltweit größten Unternehmen in China  konzentriert sein. China wird sich höchstwahrscheinlich in einen Staat mit einer voll entwickelten Wirtschaft wandeln. Natürlich wird die Bewegung in diese Richtung nicht leicht sein. Es geht hier um eine Verwandlung einer makrogelenkten Wirtschaft, wo Beschlüsse von oben nach unten gefasst werden, in ein marktwirtschaftliches Land mit einer Mikroleitung.  Diesen Prozess werden Probleme begleiten, die auf Korruption, Reformen staatlicher Unternehmen und andere marktwirtschaftliche Veränderungen zurückzuführen sind“, so Dimon.

    „Die chinesische Behörden wollen durchaus begründet eine starke Wirtschaft. Wenn sie über die Reform der staatlichen Unternehmen sprechen, begreifen sie, dass dies nur eine der Reformen ist. Für Großunternehmen in China gilt praktisch die Vorschrift: ‚Arbeiten Sie im Ausland‘“, erklärte der Unternehmenschef.

    Dabei sei es sowohl für die Spitze eines einzelnen Unternehmens, als auch für die Führung des Landes  durchaus real, zu sagen: "Wir brauchen große, erfolgreiche Gesellschaften". Besonders für die in China künftig so wichtigen Branchen wie Agrarindustrie, Energetik und Technologien.   

    Dimon jedoch geht noch weiter und sagt: „Ich denke, dass auch das Bankgeschäft dazu gehört. Eine Reihe von chinesischen Firmen im Finanzsektor hat bereits begonnen, ihre Präsenz in der ganzen Welt auszubauen. Natürlich haben sie große Ambitionen. Warum denn nicht? China macht einfach alles gezielt. Das ist eine logische Strategie, die bei einer guten Umsetzung erfolgreich sein wird.“ 

    Dimon zufolge werden chinesische Banken in 20 Jahren in 100 Ländern der Welt vertreten sein und über ein sehr verzweigtes Filialnetz verfügen. Es sei durchaus möglich, dass China bis dahin viele Banken in verschiedenen Ländern aufkaufen wird. 

    „Ich denke nicht, dass die USA China erlauben werden, JP Morgan zu kaufen. Dennoch wird China zu einem bestimmten Zeitpunkt durchaus eine große Bank in den USA erwerben können“, äußerte der JP-Morgan-Chef.

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    Tags:
    Finanzexpansion, Bloomberg TV, Bloomberg, Jamie Dimon, China, USA